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Stacheldraht und Mauern

Türkei: Erdoğan rüstet Grenze gegen afghanische Geflüchtete auf

  • VonAres Abasi
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Eine undurchdringbare Mauer soll die Türkei vor Geflüchteten aus Afghanistan schützen. Das zumindest plant Präsident Erdoğan.

Van / Türkei - „Wir wollen der ganzen Welt zeigen, dass unsere Grenzen unpassierbar sind. Unsere größte Hoffnung ist, dass es keine Flüchtlingswelle aus Afghanistan gibt.“ Das sagte Mehmet Emin Bilmez, Gouverneur der türkischen Provinz Van, der Nachrichtenagentur Reuters. Afghan:innen, die nach wochenlanger Reise über den Iran in die Türkei flüchten, stoßen auf eine drei Meter hohe Mauer, umgeben von Stacheldraht und Gräben. Viele der Geflüchteten wollen nach Europa weiterreisen. Die Türkei ist für sie ein Zwischenstopp.

Bis zum Ende des Jahres soll die Grenzmauer um 64 Kilometer erweitert werden. Sicherheitspatrouillen sollen die 560 Kilometer lange Grenze rund um die Uhr bewachen. Geflüchtete, die an der streng überwachten Grenze aufgegriffen werden, werden zurück in den Iran geschickt. Sicherheitskräfte geben an, dass die Geflüchteten trotzdem einen erneuten Versuch starten. Die Grenzen sind voll von Kontrollpunkten. Die Afghan:innen, die es nach Van schaffen, werden von Schmugglern versteckt gehalten. Sie leben in teils maroden Unterkünften im Untergrund oder schlafen in ausgetrockneten Flussläufen. Sie leben dort, bis sie in den Westen der Türkei gebracht werden.

Türkei: Fast 300.000 Geflüchtete aus Afghanistan im Land

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan drängte die Europäische Union, Verantwortung für die Geflüchteten zu übernehmen. Gleichzeitig warnte er davor, dass die Türkei nicht vorhabe, ein europäisches Flüchtlingslager zu werden.

In der Türkei leben 182.000 afghanische Geflüchtete. Behörden schätzen, dass sich weitere 120.000 unregistrierte Vertriebende in der Türkei aufhalten. Trotzdem sind die Zahlen der Inhaftierungen illegaler Einwander:innen fünf Mal niedriger als noch 2019. Behörden sehen noch keinen vermehrten Zuwachs an Afghan:innen seit der Machtübernahme der Taliban. Durch die große Entfernung bräuchten die Menschen jedoch einige Wochen, bis sie die Türkei erreichen. Dadurch könnte es später noch zu einem plötzlichen Anstieg kommen.

Das warten auf den Flug raus aus Afghanistan geht weiter.

Geflüchtete aus Afghanistan erreichen bereits die Türkei

Am vergangenen Sonntag (22.08.2021) fand die türkische Polizei 25 - größtenteils afghanische - Aussiedler, die sich hinter einem baufälligen Gebäude in Hacibekir aufhielten. „Wir dachten, dass es hier soziale Einrichtungen gibt. Wir wollten Geld verdienen, um unseren Eltern zu helfen. In Afghanistan wollen uns die Taliban töten“, sagte der 20-Jährige Zaynullah, der inhaftiert wurde.

Zaynullah erzählte, dass er zwei Tage vor seiner Inhaftierung in der Türkei ankam, nachdem er 80 Tage lang zu Fuß unterwegs war. Die Heimatvertriebenen werden in Rüchführungszentren gebracht. Dort können sie bis zu 12 Monate bleiben, bevor sie zurück nach Afghanistan geschickt werden. Die Zentren werden speziell für Afghan:innen freigehalten. Laut momentanem Stand befinden sich rund 7500 Afghan:innen in solchen Einrichtungen. (Ares Abasi)

Rubriklistenbild: © WAKIL KOHSAR/afp

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