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Erneute Kritik

Attacken auf Muslime: Recep Tayyip Erdoğan macht dem Westen schwere Vorwürfe

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Der türkische Präsident Erdoğan kritisiert den Umgang mit Muslimen in Europa. Er sieht eine „asymmetrische Sabotage“ am Werk.

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wirft dem Westen vor, zu zögerlich mit der wachsenden Gefahr der Islamfeindlichkeit umzugehen. Das sagte Erdoğan am 6. Februar bei einem Treffen mit einer Delegation der „Union Internationaler Demokraten“, einer Lobby-Organisation von Erdoğans Partei AKP in Europa.

Besonders zielte Erdoğan dabei auf die Ideen wie die von einem „europäischen Islam“ ab. „Diese Projekte, die unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Extremismus eingeführt wurden, zielen darauf ab, die Verbindungen der europäischen Muslime zu ihren Heimatländern und der islamischen Umma zu kappen“, sagte Erdoğan. Eigentlich steht dahinter der Gedanke, europäische Lebensweise und islamischen Glauben zu verbinden, auch die Ausbildung von Imamen in Europa fällt darunter.

Die Hagia Sophia in Istanbul wurde zur Moschee: Recep Tayyip Erdoğan betont immer wieder den Islam – und geht mit vermeintlichen „Gegner:innen“ hart ins Gericht. (Archivbild)

Recep Tayyip Erdoğan sieht Sabotage an Türkei

Erdoğan sieht darin Angriffe auf die Türkei und eine Form der „asymmetrischen Sabotage“. Jene, die in Libyen, Syrien, dem Mittelmeer und im Streit um Bergkarabach nicht gegen die Türkei bestehen konnten, versuchen es nun mit haltlosen Anschuldigungen, sagte der türkische Präsident. Indirekt übte er damit auch Kritik an Russland und Griechenland. Die Interessen der Türkei in Syrien und im Konflikt um Bergkarabach laufen denen von Russland entgegen, im Mittelmeer streitet die Türkei mit Griechenland um Gasvorkommen.

Auch die Corona-Pandemie habe dazu beigetragen, dass es immer mehr Angriffe auf Muslime und Türk:innen gäbe, so Erdoğan. Andere Communitys mit unterschiedlichen Ethnien und Glauben seien ebenfalls stärker von rechtsextremem Terror betroffen. Diese Angriffe würden zu oft ignoriert, ist sich der türkische Staatspräsident sicher.

Als Beispiele nennt der türkische Präsident die Verbrennung des Korans in Schweden, dessen Zerreißen in Norwegen und die Unterstützung für Karikaturen des Propheten Mohammed in Frankreich. Dabei handle es sich um Angriffe auf die Werte des Islams unter dem Deckmantel der Pressefreiheit.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan übt erneut Kritik an westlichen Staaten.

Bereits vorher Kritik von Recep Tayyip Erdoğan an europäischen Staaten

Bereits im vergangenen Jahr hatte Erdoğan aus der türkischen Hauptstadt Ankara heraus scharfe Kritik am Umgang einiger europäischer Staaten mit dem Islam geübt. Nachdem in Frankreich ein Lehrer ermordet worden war, er im Unterricht Mohammed-Karikaturen thematisiert hatte, hatte sich das Verhältnis zwischen Frankreich und der Türkei stark angespannt. Mehrfach hatte Erdoğan den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron angegriffen und ihn als eine „Last für Frankreich“ bezeichnet. Mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, hatten sich in dem Streit hinter Macron gestellt.

Allerdings bekam Erdoğan zuletzt Unterstützung von einem ehemaligen europäischen Regierungsoberhaupt. Unklar ist, ob ihm das gegen Kritik in der Türkei selbst helfen wird.

Rubriklistenbild: © Jason Dean/imago-images.de

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