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„Realitätsbasierte“ Russlandpolitik gefordert

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Von: Katja Tichomirowa

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Ein prorussischer Rebell  bei Donezk.
Ein prorussischer Rebell bei Donezk. © rtr

Nach der Veröffentlichung des Appells "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen" widersprechen mehr als 100 Osteuropaexperten in einem Gegenaufruf. Sie fordern eine realitätsnahe Russland-Politik und setzen sich dafür ein, Aggressor und Opfer in der Ostukraine klar zu benennen.

Eine Woche nach der Veröffentlichung des Appells ?Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen?, mit dem 60 Prominente die Bundesregierung zu einer anderen Russland-Politik aufriefen, haben mehr als 100 Osteuropaexperten ihnen in einem Gegenaufrufwidersprochen. Sie fordern eine realitätsnahe Russland-Politik und setzen sich dafür ein, Aggressor und Opfer im Krieg in der Ostukraine klar zu benennen. Zu den Unterzeichnern zählen die Historiker Karl Schlögel und Andreas Kappeler, die Grünen-Politikerin Marieluise Beck und Vertreter politischer Stiftungen.

Der Aufruf zu einer „realitätsbasierten Russlandpolitik“ will nachholen, was der vorangegangene versäumt hat: die Perspektive der Staaten zu beleuchten, um deren Interessen gestritten wird: der Ukraine, aber auch Georgiens und Moldaus.

Die Initiatoren erinnern daran, dass auch in diesen Ländern, entgegen international vermittelter Abkommen, russische Truppen stehen.

Deutsche Osteuropapolitik sollte auf Erfahrungswerten und Faktenwissen basieren, erklären die Unterzeichner, nicht auf Pathos, Geschichtsvergessenheit. „Niemand ist auf militärische Konfrontation mit Russland aus oder möchte den Dialog mit dem Kreml abbrechen“, die territoriale Integrität der Ukraine könne jedoch nicht der „Besonnenheit“ deutscher Russlandpolitik geopfert werden.

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