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Ratzinger-Dekret

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Als Präfekt der Glaubenskongregation hat Joseph Ratzinger am 18. Mai 2001 den Bischöfen einen Brief über seine Zuständigkeit bei schweren Straftaten

Als Präfekt der Glaubenskongregation hat Joseph Ratzinger am 18. Mai 2001 den Bischöfen einen Brief über seine Zuständigkeit bei schweren Straftaten geschickt. Die Bistümer werden verpflichtet, Missbrauchsfälle zu melden, auch von einer "päpstlichen Geheimhaltung" ist die Rede. Die wichtigsten Passagen in einer Übersetzung, die die Universität Tübingen veröffentlicht hat:

Die der Glaubenskongregation vorbehaltenen schweren Straftaten, die bei der Feier der Sakramente oder gegen die Sittlichkeit begangen werden, sind:

- Straftaten gegen die Heiligkeit des hochheiligen eucharistischen Opfers und Sakramentes ();

-Straftaten gegen die Heiligkeit des Bußsakramentes ();

- Straftaten gegen die Sittlichkeit, nämlich: die von einem Kleriker begangene Straftat gegen das sechste Gebot des Dekalogs mit einem noch nicht 18-jährigen minderjährigen Menschen.

Nur diese oben namentlich aufgezählten Straftaten sind der Glaubenskongregation als Apostolischem Gerichtshof vorbehalten. Wenn ein Bischof oder Hierarch auch nur vage Kenntnis von einer derartigen Straftat hat, muss er sie nach abgeschlossener Voruntersuchung an die Glaubenskongregation weitermelden ().

Sobald der Fall vor Gericht wie auch immer beendet ist, sind die gesamten Akten des Verfahrens möglichst rasch von Amts wegen an die Glaubenskongregation zu übermitteln. Alle Gerichte der Lateinischen Kirche und der Katholischen Ostkirchen sind verpflichtet, die Rechtsvorschriften zu den Straftaten und Strafen sowie zum Strafverfahren jedes der beiden Kirchengesetzbücher einzuhalten (). Prozesse dieser Art unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung.

Rom, am Sitz der Glaubenskongregation, am 18. Mai 2001

+ Joseph Kardinal RatzingerPräfekt

+ Tarcisio BertoneSekretär

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