Ratespiel um Gerbermühle

6. März 1968 Stadt prüft Pläne zum Wiederaufbau

Die Oberräder nennen sie einen "Ort der Trostlosigkeit", die Pläne zum Wiederaufbau der baufälligen Gerbermühle füllen Bände in Zeitungsarchiven. Völlig unerwartet erzählt Baudezernent Hans Kampffmeyer bei der Ortsbeiratsitzung in Oberrad von "baureifer Planung", die zur Prüfung vorliege. Die Gerbermühle solle "in Form einer breit hingelagerten, ländlichen Gaststätte" wieder aufgebaut werden. Allerdings solle das Vorderhaus und mit ihm die historische Ruine vom Teil des alten Willemerhauses fallen.

Laut Kampffmeyer sei ein "höchstens zweigeschossiger Bau" vorgesehen, der in enger Verbindung mit dem Garten und den Bäumen stehen müsse. Die Äußerung, die neue Gerbermühle könnte auch ähnlich wie Gut Neuhof ausfallen, erntet Pfiffe und Proteste der Oberräder. Keinesfalls wollen sie ein modernes Stahl-Glas-Konstrukt: "Die Gerbermühle soll kein Luxushotel werden, sondern bleiben, was sie früher war."

Aus der Henninger Bräu-KG, seit neun Jahren Eigentümerin der Gerbermühle, kommt kein Kommentar. Henninger-Generaldirektor Stadler zeigt sich vielmehr überrascht: "Wir wissen selbst nichts Endgültiges." ana

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