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424 Angriffe auf Geflüchtete: Immer mehr Gewalt von rechtsradikalen Tätern

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Von: Helena Gries

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Ein Mensch sitzt vor einer Wand, auf der der Schatten einer Hand groß zu sehen ist.
Die Gewalt an Geflüchteten in Deutschland hat zugenommen. Immer mehr Opfer werden verletzt, das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Die Gewalt an Geflüchteten in Deutschland nimmt zu. Pro Tag werden zwei Asylbewerber angegriffen - brutaler als noch im Vorjahr.

Osnabrück – In Deutschland werden statistisch gesehen pro Tag zwei Asylbewerber angegriffen. Im ersten Halbjahr 2022 verzeichneten die Behörden 424 solcher überwiegend rechtsmotivierten Straftaten, etwa ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum.

In der ersten Hälfte des Jahres 2021 seien 576 derartige Delikte verzeichnet worden, wie aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, über die die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet.

Rassistische Gewalt gegenüber Geflüchteten: Immer mehr Opfer werden verletzt

Allerdings werde von den zumeist rechtsradikalen Täter dem Medienbericht zufolge immer mehr Gewalt eingesetzt. 86 Opfer seien bei den Attacken außerhalb von Unterkünften für Geflüchtete verletzt worden. Das sei ein klarer Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 62 Verletzten. In einem knappen Viertel der Fälle habe es sich um Gewalttaten wie Brandstiftung, Körperverletzung und den Einsatz von Sprengstoff und Waffen gehandelt.

Hinzu gekommen seien in der ersten Jahreshälfte 43 Anschläge auf Unterkünfte für Geflüchtete, zumeist Sachbeschädigung, Schmierereien und Propaganda, sowie zwölf Angriffe gegen Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer im Bereich Flucht und Asyl.

Die Abgeordnete der Linksfraktion, Clara Bünger, sagte zu den Zahlen: „Das zeigt einmal mehr: Rassistische Gewalt gehört zum Alltag in Deutschland.“ Jeder rassistische Übergriff sei einer zu viel. Die Linken-Politikerin forderte geeignete Schutzkonzepte für Asylbewerber: „Dringend notwendig wäre zudem ein Bleiberecht für Opfer rechter und rassistischer Gewalt.“ (hg/epd)

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