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Demonstration in Berlin: Rassistische Übergriffe wie in Hanau bleiben in Deutschland an der Tagesordnung.
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Rassismus

Auch im Corona-Lockdown: täglich vier rassistische Übergriffe gegen Geflüchtete

Mehr als 1600 Geflüchtete wurden 2020 Opfer von Übergriffen. „Der Rassismus im Land kennt keinen Lockdown“, sagt die Linken-Innenexpertin Jelpke.

  • Statistisch wurden 2020 trotz Corona-Pandemie jeden Tag vier Geflüchtete Opfer von Übergriffen.
  • Die Zahl ist aktuell nur vorläufig.
  • Auch gab es mehr als 80 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte durch Rechtsextremisten.

Berlin -2020 sind trotz des Corona-Lockdowns und vielerorts eingeschränkter Bewegungsfreiheit statistisch gesehen im Schnitt täglich vier Übergriffe auf Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland verübt worden. Die Behörden registrierten nach vorläufigen Zahlen 1.606 Angriffe und damit etwas weniger als 2019 (1.620 Fälle), wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Linksfraktion mitteilte. Allerdings kann sich die Anzahl durch Nachmeldungen noch erhöhen. Über die Zahlen hatte zunächst die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet.

Angriffe auf Geflüchtete: 201 Menschen verletzt

Bei den Übergriffen auf Geflüchtete wurden den Angaben zufolge insgesamt 201 Menschen verletzt. Zudem hätten sich 84 Angriffe gegen Flüchtlingsunterkünfte gerichtet, davon seien fast alle (79) auf das Konto von Rechtsextremisten gegangen. Die Statistik erfasst unter anderem Beleidigungen, Volksverhetzung, Sachbeschädigungen und auch Gewalttaten. Hinzu kamen 67 Angriffe auf Hilfsorganisationen beziehungsweise freiwillige Helfer:innen, wie es weiter hieß.

Die Partei Die Linke erklärte, wegen der zu erwartenden Nachmeldungen an Übergriffen und Gewalttaten sei ein Anstieg der Zahl der Angriffe im Corona-Jahr 2020 zu erwarten, möglicherweise auf einen höheren Stand als 2019. Laut Bericht zeigt der Trend insgesamt allerdings seit Jahren nach unten: Seit dem Höchststand im Jahr 2016 mit 2.545 Straftaten gegen Geflüchtete seien die Zahlen von Jahr zu Jahr zurückgegangen. Als Grund dafür gelte jedoch weniger die Zurückhaltung der Rechtsextremen, sondern vielmehr, dass inzwischen weniger Geflüchtete nach Deutschland kommen und zudem weniger in Flüchtlingsunterkünten wohnen.

Übergriffe gegen Geflüchtete: Rechtsextreme Gewalt hat sich verfestigt

Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke erklärte, sie sehe trotz des möglicherweise auch nur vorläufigen Rückgangs keinen Anlass für Entwarnung. „Der Rassismus im Land kennt keinen Lockdown“, sagte sie. Die Zahlen zeigten, wie verfestigt rechtsextreme Gewalt in Deutschland sei. „Dass sie ein tödliches Potenzial hat, daran hat uns eben erst die Erinnerung an die rassistischen Morde in Hanau vor einem Jahr gemahnt“, betonte Jelpke. (ktho/epd)

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