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Proteste in Griechenland setzen sich fort - Schüsse auf Polizei

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Von: Moritz Serif

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Die Proteste in Griechenland gehen weiter.
Die Proteste in Griechenland gehen weiter. © LOUISA GOULIAMAKI/afp

In Griechenland haben Polizisten einen 16-jährigen Roma erschossen. Die Menschen protestierten. Mittlerweile finden die Demonstrationen nicht nur in Athen statt.

Athen – Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt in vielen Regionen Griechenlands ist in der Nacht zum Freitag (9. Dezember) ein Polizist leicht verletzt worden. Medienberichten zufolge hatten rund 30 Protestierende in der Athener Vorstadt Aspropyrgos mit Schrotflinten auf die Beamten geschossen. Andernorts flogen Steine; Mülltonnen, Reifen und Autos wurden in Brand gesetzt.

Die Behörden fürchten eine weitere Eskalation der Ausschreitungen, weil am Freitag erstmals der 34-jährige Polizist aussagen soll, der vergangenen Montag einem 16-jährigen Roma bei einer Verfolgungsjagd in Thessaloniki in den Kopf geschossen hat. Der Jugendliche befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Seither gingen landesweit Roma auf die Straßen. Viele nutzten den Protest gegen Polizeigewalt jedoch auch für massive Ausschreitungen.

Blutige Proteste in Griechenland gehen weiter

Der Präsident des griechischen Roma-Verbandes Ellan Passe, Vassilis Pantzos, rief die Menschen dazu auf, damit aufzuhören. „Wir versuchen gemeinsam mit den Vorsitzenden der jeweiligen Gemeinden, die aufgeladene Stimmung im ganzen Land zu beruhigen“, sagte er am Freitagmorgen dem Staatssender ERT. Man verurteile die Randale, es gebe dafür keine Rechtfertigung. Gleichzeitig kritisierte Pantzos, dass die Gewalt seitens der Polizei gegenüber den Roma in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Dagegen müsse der Staat vorgehen.

Am Montag hatte ein Polizist in Thessaloniki einem 16-jährigen Roma in den Kopf geschossen. Der Junge war nach bisherigen Erkenntnissen mit seinem Auto von einer Tankstelle weggefahren, ohne 20 Euro für den getankten Sprit zu zahlen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd soll ihm der Polizist in den Kopf geschossen haben. Der Beamte wurde festgenommen und wegen versuchten Totschlags angeklagt. Er soll sich am Freitag erstmals vor dem Haftrichter verantworten.

Griechische Regierung bittet Menschen darum, sich zu beruhigen

„Ich möchte alle um Ruhe und Besonnenheit bitten, aber auch deutlich machen, dass es nicht die geringste Toleranz gegenüber aggressivem, illegalem und gewalttätigem Verhalten gegenüber Ordnungskräften geben wird“, sagte Regierungssprecher Giannis Oikonomou am Donnerstag (8. Dezember) während einer regulären Pressekonferenz der Regierung. Die Proteste sind allerdings noch nicht beendet worden, sondern setzen sich weiter fort. (mse/dpa)

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