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Russland stellt Behauptungen zu einem unerschöpflichen Munitionsvorrat auf

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Von: Sebastian Richter

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Seit Monaten beschießt Russland ukrainische Städte. Die nötigen Raketen werden der Armee niemals ausgehen, behauptet das russische Verteidigungsministerium.

Moskau – Mit einem Sperrfeuer der Artillerie beschießt Russland seit Monaten die Ukraine. Vorrangiges Ziel zum Jahresausgang: die Energieinfrastruktur des Landes. Mit dieser Strategie versuche der russische Präsident Wladimir Putin, im Winter die Strom- und Wärmeversorgung der Ukraine zu zerschießen, wie verschiedene Experten vermuten. Für diese Angriffe werden den russischen Streitkräften niemals die Raketen ausgehen, vermeldet das russische Verteidigungsministerium.

Das Verteidigungsministerium reagierte damit auf Behauptungen westlicher Geheimdienste und Militärexpert:innen, dass Russland die Munitionsvorräte im Ukraine-Krieg ausgehen. Das berichten verschiedene Medien, unter anderem die Moscow Times und Kyiv Independet. „Uns werden die Kalibr niemals ausgehen“, schrieb das Ministerium auf Telegram. Als Kalibr bezeichnet man eine bestimmte russische Lenkwaffenfamilie. Die Geschosse können von Schiffen, vom Boden und der Luft aus abgefeuert werden.

Ukrainische Stellen widersprechen Aussagen aus Russland zu unbegrenzten Munitionsvorräten

Ganz anders sieht das Jurij Ihnat, Sprecher der ukrianischen Luftwaffe. Die internationalen Sanktionen werden das Land daran hindern, einen endlosen Vorrat an Marschflugkörpern zu produzieren, wie ihn Kyiv Independent zitiert. Stattdessen habe das Land gar keinen Vorrat mehr. Nach Ihnats Aussage schleudere Russland Raketen sofort auf die Ukraine, sobald sie die Produktion verlassen.

Russische Raketenfragmente, die nach ukrainischen Angaben in Charkiw gefunden wurden. (Archivfoto)
Russische Raketenfragmente, die nach ukrainischen Angaben in Charkiw gefunden wurden. (Archivfoto) © Libkos/dpa

Dass Russland demnächst die Raketen ausgehen können, glaubt auch Olexij Danilow, der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates. „Wenn man Großangriffe zählt, dann bleiben ihnen maximal zwei bis drei, vielleicht können sie Raketen für vier zusammenkratzen“, zitiert ihn die Zeitung Ukrajinska Prawda.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Luftabwehr schießt russische Raketen ab

Am Donnerstag wurde die Ukraine erneut von russischen Raketen getroffen. Ziel der Angriffe waren mehrere ukrainische Städte, darunter die Hauptstadt Kiew, Lemberg nahe der polnischen Grenze und die Hafenstadt Odessa. 54 der 69 aus Russland abgefeuerten Raketen seien abgeschossen worden, berichtet der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Reznikov. Das habe „das Leben von Dutzenden von Menschen“ und „wichtige Teile unserer wirtschaftlichen Infrastruktur gerettet“. Auch am Freitag hole die ukrainische Armee weitere Geschosse vom Himmel, so Reznikov in einem anderen Tweet.

„Sinnlose Barbarei“ nannte Dmytro Kuleba, der Außenminister der Ukraine, den Beschuss. Das seien „die einzigen Worte, die einem in den Sinn kommen, wenn man sieht, wie Russland vor Neujahr ein weiteres Raketenfeuer auf friedliche ukrainische Städte abfeuert“, schreibt Dmytro auf Twitter. „Angesichts solcher Massenkriegsverbrechen kann es keine ‚Neutralität‘ geben. So zu tun, als sei man ‚neutral‘, bedeutet, sich auf die Seite Russlands zu stellen.“ (spr)

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