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Der ehemalige Mossad-Agent Rafi Eitan leitete 1960 den Einsatz zur Entführung des NS-Verbrechers Adolf Eichmann aus Argentinien.

Nachruf

Rafi Eitan: Er jagte den NS-Verbrecher Adolf Eichmann

Der einstige Mossad-Agent Rafi Eitan stirbt mit 92 Jahren. Er leitete den waghalsigen Kommando-Einsatz zur Entführung Eichmanns.

Israel nimmt Abschied vom einstigen Mossad-Agenten Rafi Eitan, der 1960 den Einsatz zur Entführung des NS-Verbrechers Adolf Eichmann aus Argentinien leitete. Eitan, später auch Minister in der israelischen Regierung, starb am Samstag im Alter von 92 Jahren in Tel Aviv, wie das Ichilov-Krankenhaus mitteilte.

Eichmann war unter den Nationalsozialisten an zentraler Stelle für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich. Er wurde - nach der Entführung durch das Geheimdienstkommando unter Eitans Leitung - 1962 in Israel zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Entführung löste erhebliche diplomatische Verwicklungen zwischen Argentinien und Israel aus.

Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, sagte: „Überlebende des Holocaust sind bis heute zutiefst dankbar dafür, daß die Aktion Rafi Eitans damals der Welt vor Augen geführt hat, daß die Mörder von Auschwitz an keinem Ort der Welt sicher sein konnten.“ Deutschen Dienststellen sei Eichmanns Aufenthalt damals längst bekannt gewesen. Auch nach seiner Erfassung habe jedoch bei der deutschen Regierung kein Interesse daran bestanden, Eichmanns Auslieferung nach Deutschland in Erwägung zu ziehen.

Deshalb war der Eichmann-Prozess in Israel Heubner zufolge auch so bedeutsam: „Eine Welt, die zum größten Teil längst ihren Frieden mit den Tätern gemacht und die Beweise für deren Verbrechen in den Aktenkellern der Gerichte abgelegt hatte, musste anhören, was sie,die Opfer der Eichmannschen Verbrechen, in der Erinnerung an ihre ermordeten jüdischen Familienangehörigen auszusagen hatten.“

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu würdigte Eitan als „einen der Helden der israelischen Geheimdienste“, der sich „auf unzähligen Missionen für Israels Sicherheit eingesetzt hat“.

Rafi Eitan wusste, wo der KZ-Arzt Mengele lebte

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin sagte zu Eitans Tod: „Wir haben einen mutigen Kämpfer verloren, dessen Beitrag zu Israels Sicherheit noch künftigen Generationen beigebracht werden wird.“

Rafi Eitan machte 2010 auch bekannt, dass der israelische Geheimdienst seit 1962 gewusst habe, dass der gesuchte KZ-Arzt Josef Mengele seinerzeit in Brasilien untergetaucht gewesen sei. „Ich war 1962 mit einem anderen Agenten in Brasilien, und wir bestätigten, dass sich Mengele unter falscher Identität in der Umgebung von São Paulo aufhielt“, sagte Eitan damals der Zeitung „Folha de São Paulo“. Anschließend seien Vorbereitungen für die Gefangennahme Mengeles angelaufen, doch habe die israelische Regierung schließlich darauf verzichtet.

Mengele war im NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz für grausamste medizinische Experimente verantwortlich und unter dem Namen „Todesengel von Auschwitz“ berüchtigt. Ihm gelang nach Kriegsende zunächst die Flucht nach Argentinien und 1960 nach Brasilien. 1979 ertrank er bei einem Badeunfall im Küstenort Bertioga im Bundesstaat São Paulo. (dpa)

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