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Schulbeginn für Abschlussklassen.

Schule

Rätseln über die nächsten Schritte zur Öffnung

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Lehrer und Eltern fordern mehr Sorgfalt und mehr Vorlauf. Und in Hessen ist man noch immer konsterniert.

Nach dem überraschenden Urteil eines hessischen Verwaltungsgerichts zur Nicht-Beschulung von Viertklässlern war in dem Bundesland am Montag die Unsicherheit groß, wie es mit der schrittweisen Schulöffnung weitergehen könnte. „Wir gehen nicht davon aus, dass dazu in dieser Woche noch eine Entscheidung fällt“, sagte ein Sprecher des hessischen Kultusministeriums auf Anfrage.

Die Hessen hatte das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Kassel am Freitag kalt erwischt, wonach die vierten Grundschulklassen, anders als geplant, noch zu Hause bleiben müssen. Gestartet waren dagegen – wie in vielen anderen Bundesländern – unter anderem die Abschlussklassen der Mittelstufe und der gymnasialen Oberstufe. Wann weitere Jahrgangsstufen den Präsenzunterricht in der Schule wieder aufnehmen sollen, ist unklar.

„Wir wissen nicht, wie die Eindämmung der Pandemie gelingt und zu welchen Ergebnissen Bund und Länder in den Gesprächen Ende dieser Woche gelangen“, sagte der Ministeriumssprecher. Erst danach könne entschieden werden, ob die Schulen weiter geöffnet werden könnten. „Das hängt auch davon ab, welche Erfahrungen in dieser Woche mit dem Schulstart gemacht werden“, so der Sprecher weiter.

Schulstarts

Weil ein Abiturient  mit einem Covid-19-Fall in seiner Familie den Unterricht besucht hatte, musste eine Schule in Nordrhein-Westfalen laut der „Rheinischen Post“ den vorige Woche wieder gestarteten Unterricht erneut einstellen,

Sehr, sehr zufrieden“  nach der ersten Woche des Schulbetriebs zeigte sich dagegen Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) im ARD-Moma. Den Begriff eines „Not-Abi“ wies er zurück, die Anforderungen seien unverändert.

Am ersten Schultag  in Bayern nannte Ministerpräsident Söder (CSU) Vorschläge für einen gestaffelten Unterricht „gute Ansätze“. Denkbar wäre, dass Schüler jeden zweiten Tag in die Schule gingen. (kna/afp/dpa)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundeselternrat (BER) appellierten an alle Bildungsminister, den Gesundheits- und Infektionsschutz sowohl für Schüler als auch Lehrkräfte zum Maßstab weiterer Schulöffnungen zu machen. Zudem müssten die pädagogischen Anforderungen und die Organisation des Schulalltags an die Umstände angepasst werden.

Wenn die Einhaltung von Hygienestandards nicht gewährleistet werden könne, dürfe eine Schule nicht geöffnet werden, sagte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann. Die bisherigen Vorlaufzeiten seien oft nicht ausreichend gewesen. Das Umgestalten der Klassenräume, das Besorgen von Seife und Papierhandtüchern sowie das Erstellen von Informationen brauchten Zeit.

GEW-Vorsitzende Marlis Tepe machte auf Kinder und Jugendlichen aufmerksam, die ohnehin Lernschwierigkeiten hätten. Der Lernstoff müsse an die schwierigen Bedingungen angepasst werden. „Wir dürfen keinesfalls die Bildungsgerechtigkeit aus den Augen verlieren“, sagte Elternrats-Vorsitzender Stephan Wassmuth.

Beckmann forderte zudem, besonders auf Belange von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu achten. Dringend nötig sei es auch, Laptops oder Tablets für jene bereitzustellen, die sich diese nicht leisten könnten. 500 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Bedürftige Familien sollen nach den Plänen des Bundes einen Zuschuss für den Kauf in Höhe von 150 Euro erhalten. Das vom Bund vorgesehene Geld sollten aber besser die Schulen erhalten, um Geräte für die Ausleihe anzuschaffen, so Beckmann.

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