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Isabel dos Santos schließt eine Kandidatur für das Präsdentenamt nicht mehr aus.

Isabel dos Santos

Die Rache von Angolas „Prinzessin“

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Präsidententochter Isabel dos Santos, reichste Frau Afrikas, sieht sich als Opfer einer Verschwörung und schlägt zurück.

Isabel dos Santos, Afrikas reichste Frau, setzt alles auf eine Karte, um nicht alles zu verlieren. Nachdem ein angolanisches Gericht jüngst ihr gesamtes in der Heimat gehaltenes Guthaben hatte einfrieren lassen, deutete die 46-Jährige jetzt an, bei den nächsten Wahlen in Angola als Präsidentschaftskandidatin anzutreten.

Bisher hatte die von Forbes auf 2,2 Milliarden US-Dollar geschätzte Unternehmerin eine politische Karriere immer ausgeschlossen, doch inzwischen haben sich die Umstände verändert. „Ich werde tun, was das Leben von mir verlangt“, sagt die Tochter des ehemaligen Präsidenten heute.

Die neuen angolanischen Machthaber hätten sich gegen sie verschworen, klagt die Älteste von neun Kindern: Sie könne nicht einmal mehr in ihre Heimat zurückkehren, weil sie dort um ihr Leben fürchten müsse.

Während der Herrschaft ihres Vaters Eduardo dos Santos wagte keiner, der „Prinzessin“ genannten Schönheit auch nur ein Haar zu krümmen: Sie reüssierte von der Besitzerin eines populären Nachtclubs in der Hauptstadt Luanda zur mächtigsten wirtschaftlichen Position des Landes: der Generaldirektion der staatlichen Erdölgesellschaft „Sonangol“.

Auf dem Weg dorthin sicherte sich die Tochter der ersten Frau dos Santos‘, einer Russin, eine Unternehmensbeteiligungen nach der anderen: sechs Prozent bei der portugiesischen Erdölfirma Galp, 42 Prozent bei Portugals Eurobic Bank, 25 Prozent beim angolanischen Telkomriesen Unitel.

Dass ihr unaufhaltsamer Aufstieg nicht mit rechten Dingen zuging, war in Angola lange schon klar: Auch ihrem Vater wurde schamlose Bereicherung vorgeworfen, ihr Halbbruder José Filomeno dos Santos soll als Chef des Staatsfonds Hunderte Millionen US-Dollar veruntreut haben. In der Liste von Transparency International nahm der südwestafrikanische Erdölstaat stets einen Rang unter den 20 korruptesten dieser Welt ein. Papa Eduardo wusste, dass er und seine Familie nur im Amt sicher waren.

Er hielt deshalb so lange wie möglich an der Präsidentschaft fest: insgesamt 38 Jahre lang. Vor zwei Jahren zog sich dos Santos schließlich als Staatspräsident zurück, hielt jedoch zur Sicherheit am Vorsitz der Regierungspartei Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA) fest. Sein Nachfolger wurde Verteidigungsminister João Lourenço, dem dos Santos vertrauen zu können meinte. Zu Unrecht. Schon bald nach seiner Amtsübernahme machte sich dieser ans Jäten der Dos-Santos-Wurzeln: Sein inzwischen 77-jähriger Vorgänger wurde aus dem Parteivorsitz verdrängt, die Prinzessin aus dem Chefsessel von Sonangol gejagt, ihr Halbbruder vor den Kadi gebracht. Noch unklar ist, ob Lourenço den Sumpf wirklich trockenlegen oder nur seine eigene Setzlinge pflanzen will: Die Anzeichen sprechen eher für Letzteres.

Für die reichste Frau Afrikas steht jedenfalls fest, dass sie das Opfer einer politischen Vendetta wurde. Mit ihren Konten wurden kürzlich auch die ihres kongolesischen Manns und eines engen Geschäftskollegen eingefroren. Die Staatsanwaltschaft soll über Beweise verfügen, dass Isabel mehr als eine Milliarde US-Dollar aus der Staatskasse „geliehen“ und nicht zurückgezahlt hat. Der Vorwurf ist glimpflich: Zahlt die Prinzessin, hat sie nichts weiter zu befürchten.

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