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Die Querdenker:innen auf der Schillerstraße.
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Die Querdenker:innen auf der Schillerstraße.

Ohne Masken und Abstand

„Heimatschutz statt Mundschutz“: Rechte Parolen auf „Querdenker“-Demo in Frankfurt

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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  • Mirko Schmid
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Erneut protestieren hunderte Impfgegner:innen und Kritiker:innen der staatlichen Corona-Maßnahmen in Frankfurt.

Update vom Sonntag, 28.11.2021, 09.50 Uhr: Fast 3000 Menschen haben am Samstag (27.11.2021) in Frankfurt gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei versuchte immer wieder, die dicht gedrängten Demonstrierenden, von denen die meisten keine Masken tragen, durch Durchsagen zum Abstand halten aufzurufen. Einige Demonstrierende riefen Parolen aus der rechten Szene, manche zeigten entsprechende Plakate.

Wie der HR berichtet, soll auch Andreas Lichert, der neu gewählte Vorsitzende der hessischen AfD, an der „Querdenker“-Demo in Frankfurt teilgenommen haben. Ebenso waren Fahnen der neuen Partei „Die Basis“ auf der Demo zu sehen. Sie gilt als parteipolitischer Arm der „Querdenken“-Bewegung.

„Querdenker“ in Frankfurt: Fast 3000 demonstrieren ohne Masken und Abstand

+++ 18.01 Uhr: Der Demozug ist wieder an seinen Ausgangspunkt am Rothschildpark zurückgekehrt. Die Versammlung wurde offiziell für beendet erklärt. Die Leute gehen nach und nach.

+++ 17.27 Uhr: Die Demo bewegt sich nun entlang der Schillerstraße. Menschen, die den „Querdenken“-Zug beobachten, sind schockiert bis belustigt. Am Goetheplatz platzt einem Zuschauer der Kragen und ruft den „Querdenker:innen“ zu: „Ihr gehört alle in den Knast!“

Die Demonstrierenden rufen weiter ihre Parolen: „Wollt ihr euch zweimal im Jahr zwangsimpfen lassen?“ - „Ja, wollen wir!“ Gut, damit wären die Fronten dann auch geklärt. Inzwischen heißt es aus einer weiteren Quelle, dass unter den Demonstrierenden auch Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung sein sollen.

„Heimatschutz statt Mundschutz“: Ein Plakat bei der „Querdenken“-Demo in Frankfurt.

Bei „Querdenken“-Demo in Frankfurt werden rechte Parolen gerufen

+++ 17.17 Uhr: Die musikalische Untermalung scheint für die „Querdenker:innen“ heute eine große Rolle zu spielen. Von Pink Floyd über Marius Müller Westernhagen bis Helene Fischer ist also viel Schönes und Unschönes dabei. Unklar ist aber, ob die Demonstrierenden eigentlich die entsprechenden Gema-Gebühren für das Abspielen der Musik bezahlt haben.

+++ 16.44 Uhr: Bei der Demo werden Parolen aus der rechten Szene gerufen und entsprechende Plakate gezeigt. Ein Transparent hat die Aufschrift: „Heimatschutz statt Mundschutz“. Jemand ruft auf Englisch: „We support you and your people in concentration camps!“

Die Polizei schätzt die Teilnehmendenzahl nun auf 2700, darunter auch viele Kinder. Die „Querdenker:innen“ bewegen sich nun Richtung Goetheplatz. Die Polizei will Teilnehmende festnehmen, falls sie auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt gehen wollen.

Demo in Frankfurt ohne Abstand und Masken

Update, 16.00 Uhr: Die Demo setzt sich mit Gesängen und Musik in Richtung Alte Oper in Bewegung. Nach neue Schätzungen sind nun 1500 bis 2000 „Querdenker:innen“ vor Ort. Die Polizei versucht, die dicht gedrängten Demonstrierenden, von denen die meisten keine Masken tragen, durch Durchsagen zum Abstand halten aufzurufen. Es geschieht nichts. Später versucht die Polizei es mit dem Hinweis, beim Laufen doch zwei Meter Abstand zu halten oder eine Maske aufzuziehen. Ebenfalls erfolglos.

Die „Querdenker:innen“ halt nichts von Abstand oder Masken.

„Querdenken“-Demo in Frankfurt: Protest gegen Corona-Impfung

Update vom Samstag, 27.11.2021, 15.30 Uhr: Wie schon in der Vorwoche sind Impfgegner:innen in Frankfurt unterwegs. Laut Polizeiangaben sammeln sich die Teilnehmer:innen (angemeldet sind 500) im Bereich des Rothschildparks im Frankfurter Westend und planen, danach zu einer „mobilen Versammlung“ aufzubrechen. Die Polizei hat Verkehrssperrungen angekündigt und fordert alle Frankfurter:innen dazu auf, „bereits jetzt achtsam in dem Bereich“ zu sein, „ob mit dem Auto oder Rad“.

Laut Augenzeugenberichten sind bereits jetzt mehrere Hundert der Impfgegner:innen und Kritiker:innen der staatlichen Corona-Maßnahmen vor Ort.

„Querdenker“ verbreiten ihre Verschwörungstheorien am Rothschildpark.

„Querdenker“-Demo: 1500 Impfgegner marschieren am 20.11.2021 durch Frankfurt

+++ 18.41 Uhr: Die Demonstration der „Querdenker“ in Frankfurt ist vorbei. Auch wenn kaum jemand eine Maske trug und Abstandsregeln weitgehend missachtet wurden, bleib es friedlich. Zu Zusammenstößen mit der Polizei oder Gegendemonstrationen kam es nicht.

+++ 17.23 Uhr: Inzwischen ist die „Querdenken“-Demonstration wieder in der Nähe des österreichischen Konsulats im Reuterweg angekommen. Augenzeugenberichten zufolge sind nun noch vor allem jüngere Teilnehmer:innen vor Ort, die zu lauter Musik feiern. Am Rande der Demonstration soll es zu Aufforderungen der „Querdenker“ an Passanten gekommen sein, ihre Masken abzuziehen.

Update vom Samstag, 20.11.2021, 16.42 Uhr: Die Demonstration der „Querdenker“, welche um 15 Uhr am österreichischen Konsulat gestartet war, ist wohl größer als zuvor angenommen. Ein Sprecher der Frankfurter Polizei sprach gegenüber fr.de von rund 1500 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Zunächst seien rund 500 bis 600 gezählt worden, innerhalb kürzester Zeit habe die Demonstration dann allerdings einen signifikanten Zulauf erhalten. Die Polizei hat daraufhin in Absprache mit der Versammlungsleiterin beschlossen, von der eigentlich geplanten Route abzuweichen.

Auch an der Hauptwache schauten die Impfgegner:innen vorbei.

Fr.de vorliegende Informationen, wonach Teilnehmer:innen der „Worldwide Walkout“-Demonstration, die um 13 Uhr am Willy Brandt Platz gestartet war, eine Kreuzung blockiert hatten und einem Rettungswagen die Durchfahrt verzögerten, konnte die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Aktuell liefen beide Demonstrationen friedlich ab, allerdings müsse immer wieder auf die Einhaltung des Mindestabstandes hingewiesen werden.

„Querdenker“-Demo in Frankfurt – Corona-Impfgegner sammeln sich

Erstmeldung vom Freitag, 19.11.2021, 19.55 Uhr: Frankfurt – Wenn es nach der Szene der Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen geht, wird Frankfurt zum Schauplatz ihres Protestes. Für Samstag, den 20. November 2021, wird zu gleich zwei Veranstaltungen aufgerufen. Dabei handelt es sich zum einen um die Frankfurter Ausgabe des „Worldwide Walkout“ und zum anderen um eine Solidaritätsdemonstration mit Gegner:innen der Corona-Maßnahmen in Österreich.

Den Anfang macht, geht es nach den Veranstalter:innen, die ursprünglich aus den USA stammende „Worldwide Walkout“-Bewegung. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Organisation „Children‘s Health Defense“, einer Gruppe, die laut dem traditionsreichen Wissenschaftsmagazin Scientific American als eine der Hauptquellen für Fehlinformationen über Impfstoffe gilt. Angeführt wird die Gruppierung vom US-amerikanischen Rechtsanwalt, Umweltaktivist, Autor und Impfgegner Robert F. Kennedy Jr., dem dritten Sohn von Robert „Bobby“ Kennedy, Bruder des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

Gleich zwei Demonstrationen in Frankfurt gegen Corona-Maßnahmen

Die Gruppe wirbt in den Vereinigten Staaten für eine Impfstoffverweigerung und ermutigt Bürger und Politiker dazu, Anti-Impfstoff-Vorschriften und -Gesetze zu unterstützen. Auch wenn ihre Argumente gegen Impfungen durch den überwiegenden wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen widerlegt werden, hat es die Gruppe in den USA inzwischen zu einer großen Anhängerschaft gebracht.

Nun expandiert „Worldwide Walkout“ nach Europa und ruft deutsche Impfgegnerinnen und das Umfeld der „Querdenken“-Szene dazu auf, sich ab 13 Uhr unter dem Motto „5G-frei gegen Zwangsimpfung“ am Willy Brandt Platz in Frankfurt einzufinden. Ein Sprecher der Frankfurter Polizei sprach auf Anfrage von fr.de von erwarteten 60 Teilnehmenden. Im Anschluss an ihre eigene Demonstration könnten sich die Verschwörungsgläubigen und Skeptikerinnen sich umgehend der nächsten Veranstaltung anschließen.

Frankfurt: „Querdenker firmieren unter „Kinderschutz“

Denn nur zwei Stunden später, um 15 Uhr, wollen die „Querdenker“ vor dem österreichischen Konsulat ihre Solidarität mit Gleichgesinnten im Nachbarland bekunden, die unter den inzwischen strengen Corona-Maßnahmen in ihrem Land aufstöhnen. Doch damit nicht genug. Im Jargon heißt es in der Telegram-Gruppe „Querdenken 69 Frankfurt“: „Der Aufzug durch die Innenstadt ist ebenfalls angemeldet. Kommt zahlreich – jeder Einzelne zählt! Die Zeit zum Handeln ist gekommen.“

Die Frankfurter Polizei teilte fr.de mit, dass die Demonstration der „Querdenker“, die unter dem Titel „Kinderschutz“ firmiert, um 15 Uhr am Konsulat beginnen und dort nach einem Rundgang durch die Stadt auch wieder ankommen soll. Das Ende der Veranstaltung ist für 19 Uhr geplant, erwartet werden 200 bis 300 Teilnehmemende.

Neben „Querdenkern“ und Impfgegnern weitere Demos in Frankfurt

Aufgrund der Tatsache, dass am selben Tag auch eine stationäre Kundgebung zum Transgender Day (Goetheplatz, 13.30 bis 16.30 Uhr) und eine Demonstrationsmarsch gegen Gewalt gegen Frauen (Start 14 Uhr am Kaisersack, Ende 19 Uhr am Opernplatz) mit 100 respektive 200 bis 300 Teilnehmenden stattfinden, wird die Polizei an verschiedenen Schauplätzen gleichzeitig gefordert sein.

Der Sprecher der Frankfurter Polizei bekräftigte gegenüber fr.de, dass alles getan werde, um in allen Fällen einen friedlichen und ordnungsgemäßen Ablauf der verschiedenen Kundgebungen zu garantieren. Sollten Hygienemaßnahmen missachtet werden, werde die sich die Polizei wie gehabt an die Veranstaltungsleitungen werden und mit eigenen Lautsprecherdurchsagen einwirken. Sollten diese Maßnahmen erfolglos bleiben, sind weitere möglich. Allerdings werde stets zunächst mit den verhältnismäßig mildesten Mitteln auf die Teilnehmenden der Demonstrationen eingewirkt.

Über Gegenproteste gegen die „Querdenker“ und Impfgegner:innen liegen bisher keine Informationen vor. (Mirko Schmid)

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