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Wirre Theorien

QAnon: Was wird aus der Verschwörungsbewegung nach Donald Trump?

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Trotz nicht eintreffender Vorhersagen zählt QAnon Zehntausende Anhänger:innen. Viele glauben nach wie vor an eine „wahre Amtseinführung“ von Donald Trump.

  • Die QAnon-Bewegung geistert längst nicht mehr nur durch die USA.
  • Trotz der Niederlage von Donald Trump bleibt der Verschwörungskult relevant.
  • Trump News: Alle Neuigkeiten zum 45. US-Präsidenten und seiner Anhängerschaft auf der FR-Themenseite.

USA – Sie glauben, dass die demokratisch-satanistische Elite die Welt aus dem Verborgenen lenkt, Kinder verschleppt, sie foltert und Hormone aus ihrem Blut gewinnt, um sich selbst jung zu halten. Die „QAnon“-Bewegung, quasi die Fortsetzung der „Pizzagate“-Verschwörung, hält Donald Trump für den Auserwählten, diese Kinder aus den Händen von Hillary Clinton, Bill Gates und Co. zu befreien. Nach dessen Ausscheiden aus dem Präsidentenamt prognostizierten die Anhänger:innen sogar eine Rückkehr ins Weiße Haus. Am 4. März ist letztendlich zwar nichts passiert, dennoch bereitet QAnon den US-amerikanischen Sicherheitsbehörden Sorgen. Wie geht es nun mit der Bewegung weiter?

Nach Donald Trump: Was wird aus QAnon?

Was als wirre Verschwörungstheorie in Internetforen in den USA begann, ist mittlerweile auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern angekommen. Seit dem tödlichen und letztlich erfolglosen Sturm auf das Kapitol durch radikale Anhänger:innen von Donald Trump, angestachelt von dessen falschen Behauptungen um Wahlbetrug, erfindet die QAnon-Bewegung neue Theorien und Ziele, um ihre Relevanz zu bewahren.

Der rechte Verschwörungstheoretiker und Radiomoderator Alex Jones scheint die Geduld mit QAnon allerdings verloren zu haben. Dem „Schamanen“ Jacob Chansley, der wegen seines Mitwirkens bei den Kapitol-Unruhen seit Januar in Haft sitzt, warf er vor, nur „Lügen“ zu verbreiten und dass nichts, was die Bewegung vorhersagt, jemals eintreffe. „Ich wusste, was ihr an Tag eins wart und ich weiß, was ihr heute seid. Und ich bin es leid. Ich habe genug von diesen Hexen und Zauberern“, so Jones.

Anhänger:innen der Verschwörungsbewegung QAnon

Keine Amtseinführung von Donald Trump: Vorhersagen von QAnon treffen nicht ein

Selbst Ron Watkins, ein prominenter Verbreiter der Wahlbetrugs-Lügen, räumte gegenüber seinen 134.000 Follower:innen auf Telegram ein, dass die Amtseinführung von Joe Biden kein Fake von Hollywood war. „Nun müssen wir den Kopf oben behalten und unser Leben so gut es geht weiterführen.“ Doch auch als am 4. März nichts passierte, war das Thema nicht durch. Der Tag wurde von der QAnon-Bewegung als „Falle“ und „False-Flag-Aktion“ der Demokraten und liberalen Mainstream-Medien deklariert. In dubiosen Foren war schließlich vom 20. März 2021 die Rede – der 167. Geburtstag der Republikanischen Partei.

Zumindest haben sich die Verschwörungstheoretiker:innen weitere Tage im April und Mai im Kalender angekreuzt, sollte es auch am 20. März nicht zur „wahren Amtseinführung“ von Donald Trump kommen. Doch der Kult scheint flexibler zu werden. „Verfangt Euch nicht in Daten“, mahnt ein Telegram-Nutzer. „Beobachtet, was passiert.“ Dass QAnon internationale Ausmaße angenommen hat, bedeutet auch, dass sich die Bewegung gewissermaßen endlos weiterentwickeln und anpassen kann, ganz unabhängig davon, ob sich die etlichen Theorien bewahrheiten oder nicht. Travis View, der den Podcast „QAnon Anonymous“ moderiert, hält die Vorhersagen für völlig irrelevant.

QAnon-Bewegung stellt neue Theorien und Vorhersagen auf

„Diese QAnon-Anhänger mögen es einfach, Teil der Gruppe zu sein und sich zu fühlen, als verfügten sie über esoterisches Wissen, als seien sie Teil einer revolutionären Bewegung, die sie in ein goldenes Zeitalter führen und mit der sie das Böse beseitigen“, meint View. „Studien zeigen, dass Leute, wenn sie sehr in solche Weltanschauungen vertieft sind, die Torpfosten für immer verschieben werden.“

Unstrittig isst, dass QAnon in den USA von landesweiter Relevanz ist. Marjorie Taylor Greene aus dem Bundesstaat Georgia ist bekennende Anhängerin – und hat es für die Republikaner in den Kongress geschafft. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © STEPHANIE KEITH/AFP

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