+
Kanzlerin Angela Merkel bei ZDF-"Klartext".

ZDF-"Klartext"

Putzfrau bringt Merkel ins Schlingern

  • schließen

Vierzig Jahre Arbeit, 654 Euro Rente - bei ZDF-"Klartext" bringt eine Reinigungsfrau aus Bochum die Kanzlerin in die Bredouille.

Die Sozialpolitik hat Angela Merkel in dieser Woche zwei Mal ins Schlingern gebracht.  In der ZDF-„Klartext“-Sendung  am Donnerstagabend (hier geht's zum Video), in der Zuschauer der Bundeskanzlerin und CDU-Spitzenkandidatin Fragen stellten, brachte die Reinigungsfrau Petra Vogel aus Bochum Merkel beim Thema Rente ins Stocken.

In einem ähnlichen Format der ARD am Montag, der „Wahlarena“, hatte der 21-jährige Krankenpfleger Alexander Jorde aus Hildesheim bohrend nach Verbesserungen in der Pflege gefragt und Merkels Antworten immer wieder widersprochen.

„Ich verstehe, was sie ein Stück unzufrieden macht“, sagte Merkel im ZDF auf die Schilderung der Putzfrau Vogel, als diese schilderte, dass sie nach 40 Jahren Arbeit nur mit 654 Euro Rente rechne und sich darauf einstellen müsse „am Bahnhof rumzustreichen, um Flaschen zu sammeln“.

Merkel verweist auf die Grundsicherung 

Sie könne allerdings nicht, wie Vogel forderte, umgehend das lange gewachsene Rentensystem  auf eine Bürgerversicherung umstellen. Sie verwies dann auf die Einführung der Grundsicherung, die Altersarmut verhindern solle, und fragte Vogel, ob sie eine private Zusatzversicherung abgeschlossen habe.  „Von 1050 Euro?“, entgegnete Vogel empört. 

Eine andere Zuschauerin rief Merkel zu: „Ich finde das unverschämt, die Frau mit so einer Antwort abzuspeisen.“

In der ARD hatte der Pfleger Jorde empört geschildert, wegen des Personalmangels werde die Menschenwürde in Pflegen „tagtäglich tausendfach verletzt“, etwa weil Menschen „stundenlang in ihren Ausscheidungen“ liegen gelassen würden.

Er forderte, eine Höchstgrenze von zu Pflegenden pro Pfleger festzulegen. Merkel verwies auf gesetzliche Veränderungen der ablaufenden Wahlperiode, wie die Einbeziehung von Demenz in die Pflegestufen und die Abschaffung der Ausbildungsgebühren für Pfleger. Manche Veränderungen müssten erst noch wirksam werden. Der Schluss blieb offen:„Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass zum Schluss alles nach bester Zufriedenheit ist.“

Das Fazit Jordes war wie das von Vogel: „Das muss doch in einem Land wie Deutschland möglich sein.“

Auch im ZDF forderte am Donnerstag ein Pfleger mehr Unterstützung. Ihm sagte Merkel zu, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten. Mit der Reinigungskraft Vogel suchte Merkel nach der Sendung erneut das Gespräch. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion