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Putins Tochter reist mehrfach nach Deutschland: Wie konnte es soweit kommen?

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Von: Ares Abasi

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Katerina Wladimirowna Tichonowa, die geheime Tochter des russischen Machthabers Wladimir Putin. (Archivbild)
Die Reisen von Katerina Wladimirowna Tichonowa hat jahrelang niemand mitbekommen. © Imago

Putins Tochter nistet sich in ein Münchener Luxushotel ein - deutsche Nachrichtendienste bekommen das nicht mit. Passagierdaten deuten darauf hin.

Berlin - Katerina Tikhonova flog jahrelang mit ihrem Leibwächter nach Bayern, angeblich um ihren Partner zu treffen. Die deutschen Sicherheitsbehörden wussten von den Reisen nichts. In einem der exklusivsten Hotels Münchens, wurde ein „Superior Doppelzimmer“, für eine Frau aus Russland reserviert. In der Nacht des 22. Dezember 2016 übernachtete Katerina Tikhonova von Donnerstag auf Freitag im Mandarin Oriental.

Das geht aus Abrechnungsunterlagen hervor, die dem Spiegel und dem russischen Rechercheportal IStories vorliegen. Zusammen mit Passagierdaten, Passkopien und internen E-Mails der russischen Sicherheitsdienste deuten diese Dokumente darauf hin, dass die Tochter von Wladimir Putin in den vergangenen Jahren mehr als 20 Mal nach Deutschland eingereist ist. Immer an ihrer Seite: Verdächtige bewaffnete Leibwächter der russischen Präsidentengarde FSO. 

Putins Tochter in Deutschland: Sicherheitspolitisches Problem

Die Reisebereitschaft von Putins Tochter und ihrem Gefolge wirft erhebliche außen- und sicherheitspolitische Fragen auf. Die russische Regierung hielt es nicht für nötig, die Bundesregierung über die Touren Tichonowas und ihrer Leibwächter zu informieren. Es sei darüber hinaus alarmierend, dass den deutschen Nachrichtendiensten alle Reisen von Putins Gefolgsleuten verborgen bleibt, berichtet der Spiegel. „Dabei hätten wir das eigentlich schon ganz gerne gewusst“, gibt ein hoher Beamter nun zu. John Cypher, der frühere Leiter der russischen Operationen der CIA, ist nicht überrascht.

„Alle Nachrichtendienste arbeiten auf Geheiß ihrer politischen Führung“, sagt er. „Die Russlandpolitik der deutschen Regierung war immer: keine Welle machen. Niemand wollte offenbar genauer hinschauen, weil das eine unerwünschte Konfrontation mit Moskau bedeutet hätte. Warum sollte da jemand Putins Tochter unter die Lupe nehmen?“

Putins Tochter in Deutschland: Deutschland zu zaghaft

Diese Informationslücke passt ins große Gesamtbild. Viele Jahre lang interessierten sich nur wenige Deutsche für die Aktivitäten einflussreicher Russen, so der Spiegel. Welche Immobilie gekauft wurde und bei wem, galt allgemein als persönliche Angelegenheit. Dieser zaghafte Umgang mit Russland räche sich nun. Es ist schwierig, Putins Komplizen zu sanktionieren. Ihr Netzwerk ist für Behörden schwer zu durchdringen. (Ares Abasi)

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