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Putins Bluthund ganz zahm: Kadyrow begrüßt Russen-Rückzug aus Cherson

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Von: Yannick Hanke

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Aus Cherson mussten sich die russischen Truppen zurückziehen. Ein Vorgehen, das Wladimir Putins Bluthund Ramsan Kadyrow überraschend gutheißt. Warum nur?

Cherson/Moskau – Kommando zurück, hieß es für die russischen Truppen am Mittwoch, 9. November 2022. Den Befehl hatte Wladimir Putins Top-General Sergej Surowikin gegeben, er bezog sich auf den Abzug des Militärs westlich des ukrainischen Flusses Dnipro um die Stadt Cherson. Eine herbe Niederlage für Russland im Ukraine-Krieg, die nahezu scheinheilig begründet wurde. Die Leben der Soldaten Russlands „waren immer eine Priorität“, hieß es von Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Nun hat sich auch Putins Bluthund Ramsan Kadyrow, seit Oktober 2022 Generaloberst der russischen Streitkräfte, zum Rückzug der Russen aus der Region rund um Cherson geäußert. Überraschenderweise wartet Tschetschenen-Führer Kadyrow mit äußerst positiven Worten auf, berichtet kreiszeitung.de.

Putins Truppen ziehen sich aus Cherson zurück – Bluthund Kadyrow lobt Abzug der Russen

Ramsan Kadyrow ist nicht als Mann der warmen Worte bekannt. Der 46-Jährige beschwor öffentlich immer wieder den Kampfgeist der Russen. „Wir werden nicht aufhören“, wollte Putins Bluthund seine Aussage als böses Versprechen an die Ukraine wissen. Kadyrow, das ist ein Mann, der seine Gegner in martialischer Wortwahl „zerstören“ will. Angriff ist immer noch die beste Verteidigung, so sein Credo. Putins Verteidigungsminister Schoigu wurde von Kadrow immer wieder kritisiert, zu lasch sei dessen Führungsstil.

Soldaten des tschetschenischen Sonderpolizeiregiments sind im Verlauf der russischen Militäroperation am Stadtrand von Lisichansk zu sehen. Aufnahme vom 2. Juli 2022.
Tschetschenische Truppen kämpfen unter Putin im Ukraine-Krieg. Ramsan Kadyrow, Machthaber in der russischen Republik. (Archivbild) © Viktor Antonyuk/imago

Nun aber erfolgt die Kehrtwende um 180 Grad. Denn auf einmal weiß sich Kadyrow wohlwollend über den Kreml-Befehl, sich aus Cherson zurückzuziehen, zu äußern. Auf seinem Telegram-Kanal hält Putins Bluthund fest, dass General Surowikin „tausend Soldaten in einer faktischen Umzingelung gerettet hat“. Cherson sei schließlich ein „sehr schwieriges Gebiet ohne die Möglichkeit einer stabilen, regelmäßigen Versorgung mit Munition und der Bildung einer starken, zuverlässigen Nachhut“.

Ramsan Kadyrow: Putins Schlächter sieht keine „Kapitulation“ im russischen Rückzug aus Cherson

Doch, frei von einem Seitenhieb sollen die Äußerungen Kadyrows dann doch nicht sein. „Warum wurde dies nicht schon in den ersten Tagen des Sondereinsatzes getan?“, heißt es von Putins Bluthund in Bezug auf den Cherson Rückzug. Das Wort „Krieg“ nimmt er bewusst nicht in den Mund und bleibt dabei im Duktus vom womöglich vorm Sturz stehenden Putin, der seit Ende Februar 2022 von einer „Spezial-Operation“ spricht.

Ramsan Kadyrow wiederum äußert offen Kritik an der Führung der russischen Truppen zu Beginn des Ukraine-Krieges. Zugleich lobt Putins Schlächter den Cherson-Rückzug, will im selben Atzemzug aber nichts von einer „Kapitulation“ Russlands oder dem Ende des Ukraine-Kriegs wissen. Im Gegenteil: Putins Top-General Sergej Surowiki würde lediglich seine Soldaten schonen und eine „strategisch günstigere Position“ einnehmen, nämlich „bequem und sicher“.

Nach Rückeroberung von Cherson: Putins Bluthund Kadyrow stimmt Russlands Truppen auf Kriegsfortsetzung ein

Kadyrow, der sich merklich in der Rolle des Oberbefehlshabers der russischen Truppen gefällt, schwört seine Mannen abschließend erneut auf die Fortführung des Krieges ein. „Wir werden nicht aufhören, den Feind zu schlagen und wir werden nicht müde werden“, lautet die Drohung von Putins Bluthund.

Fakt ist: Bis zuletzt hatte der mit explosiven Drohnen-Grüßen konfrontierte Wladimir Putin nahezu alles versucht, um den Rückzug seines Militärs aus Cherson zu verhindern. Immer wieder hatten die russischen Militär-Führer vollmundig angekündigt, ihre Soldaten würden die ukrainische Seehafenstadt „bis zum letzten Mann“ verteidigen. Wohl auch unter dem Einfluss von Ramsan Kadyrow, dessen Kampfgeist neu entfacht scheint.

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