1. Startseite
  2. Politik

Teilmobilmachung: Putin-Vertrauter gewährt russischen Deserteuren Zuflucht

Erstellt:

Von: Constantin Hoppe

Kommentare

Tausende Menschen versuchen angesichts der Teilmobilisierung aus Russland zu fliehen. Der Präsident von Kasachstan sagt ihnen nun Schutz zu.

Astana – Der Präsident von Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, hat aus Russland fliehenden Personen Schutz zugesagt. Laut afp erklärte Tokajew am Dienstag (27. September) angesichts der Erklärung der russischen Teilmobilmachung und fliehender Wehrdienstverweigerer: „In den vergangenen Tagen sind viele Leute aus Russland zu uns gekommen. Die meisten sind aufgrund einer ausweglosen Situation fortzugehen gezwungen.“

In der Vergangenheit galt Tokajew als Verbündeter Moskaus und Vertrauter Wladimir Putins. Doch seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts am 24. Februar hat er deutlich Distanz zu Russland aufgebaut. Erneut verurteilte Tokajew den Konflikt. „Die territoriale Integrität eines Staates muss unveräußerlich sein, das ist ein Schlüsselprinzip“, sagte er. 

Tausende Russen stehen in der Warteschlange für den Grenzübertritt nach Kasachstan am Grenzübergang Mariinsky. Sie fliehen vor der Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine.
Tausende Russen stehen in der Warteschlange für den Grenzübertritt nach Kasachstan am Grenzübergang Mariinsky. Sie fliehen vor der Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine. © dpa

Russische Wehrdienstverweigerer dürfen in Kasachstan bleiben

Nach Putins Zustimmung zur Teilmobilisierung am 21. September sind tausende Russen aus ihrer Heimat geflohen, um dem Wehrdienst in der Ukraine und dem dortigen Kriegsverlauf zu entkommen. Die meisten sind dabei in Länder wie Kasachstan und Georgien gereist, wie die afp berichtet.

Dass Kasachstan Menschen helfen würde, die angesichts der verordneten Wehrpflicht aus Russland fliehen, sei eine „politische und humanitäre Frage“, erklärte Tokajew. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti sind in weniger als einer Woche bereits rund 98.000 Russen nach Kasachstan ausgereist.

Der kasachische Innenminister bestätigte, dass sein Land Wehrdienstverweigerer nicht nach Russland zurückschicken werde, es sei denn, sie stünden auf einer internationalen Fahndungsliste für Straftaten, berichtet die Kyviv Post.

Zuflucht für Wehrdienstverweigerer: Russland plant keine Rückführung

Gegenüber der RIA Nowosti erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag (26. September), dass das russische Verteidigungsministerium nicht zur zwangsweisen Rückführung russischer Bürger aus Kasachstan, Georgien und anderen Zufluchtsländern aufgerufen habe.

Es gebe auch keine Pläne für ein Gespräch zwischen Putin und Tokajew über die mögliche Rückkehr bereits ausgereister russischer Staatsbürger, fügte Peskow hinzu. Währenddessen sorgte die verkündete Teilmobilmachung zu massiven Protesten in Moskau und weiteren russischen Städten. Mehr als 1000 Menschen wurden verhaftet. (con)

Auch interessant

Kommentare