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Experte sagt Putins Niederlage voraus: Diese sieben Gründe sprechen dafür

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Von: Moritz Serif

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Wladimir Putin könnte den Ukraine-Krieg verlieren
Wladimir Putin könnte den Ukraine-Krieg verlieren (Archivbild). © Mikhail Klimentyev/dpa/picture alliance

Der Yale-Professor Timothy Snyder analysiert anhand von sieben Faktoren, warum Russland den Krieg gegen die Ukraine verlieren könnte.

Yale - Timothy Snyder, US-amerikanischer Historiker und Professor an der Yale University, prognostiziert, dass Putin den Ukraine-Krieg verliert. „Russlands Einmarsch in die Ukraine war nicht nur ein Verbrechen, sondern auch ein Fehler“, schreibt Snyder auf seinem Blog.

„Krieg endet erst, wenn Putin realisiert, dass Russland verliert und dass seine eigene Stellung bedroht ist“, führt der Professor weiter aus. Snyder bezieht sich auf die sogenannten „TELLMES - sieben Faktoren, die darüber entscheiden, wer einen Krieg gewinnt oder verliert. Snyder ist damit der nächste Experte, der prophezeit, dass Russland den Ukraine-Krieg verlieren könnte.

Putin könnte den Krieg verlieren - anhand dieser Faktoren

1. Zeit: Russland hatte einen schnellen Sieg angestrebt, der nicht eingetreten sei. Auch sei die Ukraine nicht gedemütigt worden.

2. Wirtschaft: „Russland hat eine viel größere Wirtschaftskraft als die Ukraine. Bald werden die Sanktionen jedoch ihre Wirkung entfalten“, schreibt Snyder. Die Ukraine beginne damit, eine technologische Überlegenheit zu entfalten und zu entwickeln. Damit könne Russland aufgrund der Sanktionen nicht mithalten.

„Deutschland sollte weniger darüber nachdenken, seine Armee in fünf Jahren aufzurüsten, sondern was sie der Ukraine in fünf Wochen schicken können, und was sie in fünf Monaten aufbauen können“, empfiehlt der Professor.

Ukraine kämpft auf eigenen Gebiet - Russland hatte desaströse Logistik

3. Logistik: Die Ukraine kämpfe auf ihrem eigenen Gebiet, weshalb sie logistisches Vorteile habe - Soldatinnen und Soldaten sowie Vorräte müssten nicht über größere Distanzen transportiert werden. „Russlands Logistik war im Februar und März desaströs, jetzt ist es besser. Aber die Ukraine kann diese jederzeit mit den richtigen Waffen zerstören“, schreibt Snyder.

4. Topografie: Russland mache kaum Fortschritte und habe wenige Landgewinne zu verzeichnen - und nun bekäme die Ukraine Waffen geliefert.

Ukraine-Krieg: Russland hat Vorteil bei Artillerie

5. Art der Kriegsführung: „Russland verlässt sich auf Artillerie und Raketen. Aber wenn dieser Vorteil schwindet, ändert sich der Kriegscharakter. Die Ukraine bekommt genauere Distanzwaffen geliefert“, erklärt Snyder. Damit könnte die Ukraine Munitionslager des Kremls zerstören.

6. Ethos: Russischen Soldatinnen und Soldaten mangele es an Motivation. Jederzeit könnten sie sich deshalb ins Heimatland zurückziehen. Außerdem wüssten viele Kommandeure gar nicht, weshalb sie überhaupt in der Ukraine seien, meint der US-amerikanische Historiker.

Ukraine hat mehr Gebiete zurückerobert als verloren

7. Strategie: Russland verfolge das angebliche Ziel der „Denazifizierung“ und „Demilitarisierung“. Russland habe zwar einige Gebiete einnehmen können, doch am Ende habe die Ukraine mehr zurückerobert als verloren. Snyder meint, dass die aktuelle Strategie darauf ausgerichtet sei, globale Lieferketten zu unterbrechen.

„Die Ukraine ist meiner Meinung nach in der Lage, den Krieg zu gewinnen“, schreibt Snyder. Russland könne den Krieg nur gewinnen, wenn sich der Westen von der Ukraine abwendet. „Wir müssen geduldig sein und die angegriffene Demokratie unterstützen - mit der richtigen Einstellung und Waffen“, so der Historiker. (mse)

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