1. Startseite
  2. Politik

Russische Soldaten desertieren „massenhaft“ im Ukraine-Krieg

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Russische Soldaten fliehen vor dem Krieg in der Ukraine. Währenddessen verfolgen militärische Suchtrupps „mehr als 200“ Deserteure.

Kiew – Die Moral russischer Soldaten im Ukraine-Konflikt scheint sich auf dem Tiefpunkt zu befinden. Immer wieder werfen Berichte ein desolates Bild auf Wladimir Putins Truppen. Die Situation in der Ukraine bewegt russische Streitkräfte dazu, ihren militärischen Dienst aufzugeben und die Flucht zu ergreifen.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs würden Russlands Soldaten „massenhaft“ ihre Stellungen verlassen, hieß es am Mittwoch (28. Dezember) bei Facebook. Besonders betroffen sei die umkämpfte Region Saporischschja im Süden des Landes.

News zum Ukraine-Krieg: Russland sucht Deserteure in Saporischschja

Als Reaktion auf die Deserteure habe das russische Militär Suchtrupps gegründet. Diese sollen unter anderem in der Stadt Prymorsk nach den geflohenen Streitkräften suchen. „Nach vorläufigen Informationen werden mehr als 200 Personen gesucht“, berichtete der ukrainische Generalstab. Unabhängig prüfen lässt sich das zunächst nicht.

Allerdings gibt es seit Beginn des Ukraine-Krieges immer wieder Berichte, die die niedrige Kampfmoral russischer Soldaten zeigen. Auch das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) informierte darüber nach den jüngsten Verlusten in der Ukraine. „Die Moral und der psychologische Zustand der russischen Streitkräfte in den Oblasten Luhansk und Donezk sind außerordentlich niedrig“, so das ISW in einem Bericht im November.

Verluste, mangelnde Ausbildung und Versorgen führen zu Desertion im Ukraine-Krieg

Erhebliche Verluste an der Front, die Mobilisierung ohne Ausbildung sowie die mangelnde Versorgung hätten zu Desertion geführt, erklärte das Institut. Nach Ansicht des britischen Verteidigungsministeriums sei das russische Militär mit der Ausbildung neuer Rekruten überfordert. „Neu verpflichtete Rekruten erhalten wahrscheinlich eine minimale Ausbildung oder überhaupt keine Ausbildung“, lautete die Einschätzung der britischen Experten im November.

Ein russischer Soldat spricht über ein Walkie-Talkie im Ukraine-Krieg.
Ein russischer Soldat spricht über ein Walkie-Talkie im Ukraine-Krieg. © Konstantin Mihalchevskiy/imago

Erfahrene Offiziere und Ausbilder seien an die Front geschickt und wahrscheinlich teilweise getötet worden, hieß es weiter. Der Einsatz unausgebildeter Truppen im Ukraine-Krieg dagegen trage kaum oder überhaupt nicht zur Unterstützung des Militärs bei. Dies wiederum dürfte sich auf die Moral russischer Truppen auswirken. (kas)

Auch interessant

Kommentare