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Weil Snowden russischer Staatsbürger ist – „Putins Tage sind gezählt“

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Von: Christian Stör

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Russlands Präsident Wladimir Putin verleiht Edward Snowden die russische Staatsbürgerschaft. US-Politiker Graham sieht darin den Anfang vom Ende für Putin.

Moskau - Edward Snowden zeigte sich zufrieden. „Nach Jahren der Trennung von unseren Eltern haben meine Frau und ich keine Lust, von unseren Söhnen getrennt zu werden“, schrieb der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter auf Twitter. „Nach zwei Jahren des Wartens und fast zehn Jahren im Exil wird ein bisschen Stabilität für meine Familie einen Unterschied machen.“ Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin dem Whistleblower die russische Staatsbürgerschaft verliehen.

Der republikanische Senator Lindsey Graham meint in dieser Aktion einen fatalen Fehler Putins erkannt zu haben. In einem Tweet spottete Graham über die Entscheidung, indem er infrage stellte, ob Snowden vom Kreml bei der Truppenmobilisierung eine Vorzugsbehandlung erhalten würde.

Edward Snowden
Edward Snowden ist nun russischer Staatsbürger (Archivbild). © imago/Henrique Casinhas

Snowden erhält russische Staatsbürgerschaft: „Putins Tage sind gezählt“

„Jetzt, da Edward Snowden die russische Staatsbürgerschaft verliehen wurde, gehe ich davon aus, dass er demnächst auf dem Schlachtfeld in der Ukraine für Putin kämpfen wird“, twitterte Graham. „Oder könnte es sein, dass er freigestellt wird, während andere russische Bürger aufgefordert werden, in einem Angriffskrieg für Putin zu kämpfen?“ Und weiter: „Ich glaube jetzt mehr denn je, dass Putins Tage gezählt sind.“

Ganz ähnlich argumentierte auch Ned Price. Der Sprecher des US-Außenministeriums sagte, die US-Regierung rufe Snowden weiter dazu auf, in die USA zurückzukehren, um sich dort der Justiz zu stellen. Ihm sei nicht bekannt, dass sich der Status von Snowdens US-Staatsbürgerschaft geändert habe. Der Sprecher betonte auch, dass Snowden „jetzt wohl eingezogen wird, um in Russlands Krieg in der Ukraine zu kämpfen“.

Snowden äußert sich kaum zum Ukraine-Konflikt

Snowdens russischer Anwalt Anatoli Kutscherena sagte der Nachrichtenagentur Interfax dagegen, die Frage einer Einberufung des Whistleblowers stelle sich nicht, da er nicht in der russischen Armee gedient habe und keine entsprechende Erfahrung habe. Zum Ukraine-Konflikt hat sich Snowden in den sozialen Medien kaum geäußert.

Snowden hatte im Jahr 2013 tausende streng geheime Dokumente über die Überwachungs- und Spionagepraktiken der US-Geheimdienste veröffentlicht. Er tauchte unter und floh nach Russland, wo er seitdem lebt. In den USA droht ihm eine lange Haftstrafe unter anderem wegen Spionage. (cs/afp/dpa)

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