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Sabotage in Russland: Widerstandsgruppe zerstört Schienennetze

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Von: Christian Einfeldt

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Nicht alle Menschen in Russland befürworten den Ukraine-Krieg. Die Gruppe „Stop the Wagons“ leistet sogar aktiven Widerstand.

Moskau – Russland setzt die Angriffe auf die Ukraine fort. Neuester Vorwürfe zufolge könnte Russland mittels einer Geheim-Einheit Pläne der Bombardierung ziviler Ziele vorantreiben. Des Weiteren gibt es Spekulationen um Kampfdrohnen, die Putin im Zuge des Ukraine-Kriegs einsetzen könnte. Die Geschütze werden womöglich schwerer – gleichwohl jedoch auch der formierte Widerstand aus dem Inneren.

Zuletzt haben sich russische Exilanten lautstark gegen das russische Regime rund um Wladimir Putin aufgelehnt. Engagement zeigt nun auch eine weitere russische Gruppe, die Sabotageakte nutzt, um das Schienennetz und damit Russlands Strategien zu gefährden. Was hinter der Anti-Kriegs-Gruppe „Stop the Wagons“ steckt – und warum das Schienennetz für das russische Kriegstreiben so bedeutsam ist.

Sabotageakte gegen den Ukraine-Krieg: „Stop the Wagons“ sorgt für Ausfälle des Schienennetzes

Die seitens der britischen Regierung öffentlich gemachten Sabotageakte bringen Russland in Erklärungsnot. Bereits seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs informiert das britische Verteidigungsministerium regelmäßig über die aktuellsten Vorfälle. Vorfälle, die in Russland nicht zur Sprache kommen. Das aktuellste Beispiel: die Ausfälle im Schienennetz Russlands. Es handelt sich um eine Infrastruktur, die nicht zuletzt in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen hat.

Sämtliche Strategien der russischen Regierung, in erster Linie jedoch die Truppenversorgung, verlaufen über die Gleise des russischen Schienenverkehrs. Nicht einmal – zum wiederholten Mal zeigt sich eine Gruppe namens „Ostanowi wagony“ bzw. „Stop the Wagon“ für entsprechende Ausfälle verantwortlich. Anfang dieser Woche war sie zuletzt aktiv. Nun hat sich die Formierung zu den Aktionen bekannt – sechs erfolgreiche Einsätze seit Juni 2022.

Russische Rekruten gehen zum Zug.
„Stop the Wagon“: Eine Anti-Kriegs-Gruppe leistet mit der Blockierung von Gleisen Widerstand. (Symbolbild) © dpa

Anti-Kriegs-Gruppe „Stop the Wagon“: Russlands Geheimdienste bezeichnet sie als „Terroristen“

Nach Informationen von ntv.de sind zunächst britische Geheimdienste auf die formierten Kriegsgegner aufmerksam geworden. In Zusammenarbeit mit dem britischen Verteidigungsministerium verbreiten die Geheimdienste täglich neue Informationen infolge des von Wladimir Putin initiierten Ukraine-Kriegs – ein Zeichen gegen den medialen Umgang mit tagesaktuellen Nachrichten in Russland. Auch im Fall der Schienennetz-Ausfälle findet dort keine differenzierte Aufklärung statt.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, würde der Inlandsgeheimdienst Russlands die Sabotageakte, die bereits mit mehreren Festnahmen verbunden waren, durchaus vermelden. Dabei würde es sich jedoch um „Terroristen“ handeln – über eine Anti-Kriegs-Gruppe namens „Stop the Wagon“ ist in den russischen Medien demzufolge nichts bekannt.

Ukraine-Krieg: Die Bedeutung des Schienennetzes nach der russischen Invasion

Dem Schienennetz kommt der russischen Regierung eine tragende Rolle zu. Es verbindet Russland über 33.000 Schienenkilometer und trägt auch eine Verantwortung für den weiteren Transport von Panzern, Munition oder Treibstoff. Per Güterwaggons werden sie in die vom Ukraine-Krieg betroffenen Regionen gebracht. Die Aktivisten und Aktivistinnen von „Stop the Wagon“ haben nun eine Sollbruchstelle ausgemacht: Viele Bahnanlagen, gelegen entlang dünnbesiedelter Gebiete, eignen sich demnach zum Sabotageakt.

Auf Telegram findet „Stop the Wagon“ weitere Unterstützerinnen und Unterstützer, die sich gegen das russische Regime auflehnen. Mehr als 9.000 Abonnements zählt mittlerweile der Telegram-Kanal– und der Bekanntheitsgrad rund um die Anti-Kriegs-Gruppe und ihre Aktionen wächst. Den Messenger-Dienst nutzt die Formation, um zum aktiven Widerstand gegen die Regierung des eigenen Landes aufzurufen. Sie wollen weitere Menschen überzeugen, sich ebenfalls zu beteiligen. Besonders das Schienennetz rund um Belarus, aber auch die Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg ist für Russland Medienberichten zufolge von großer Bedeutung. Die letzten Wochen haben gezeigt: bereits geringe Eingriffe können dabei große Effekte haben. (Christian Einfeldt)

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