1. Startseite
  2. Politik

Russland schickt elf Langstreckenbomber an Nato-Grenze

Erstellt:

Von: Tobias Utz

Kommentare

Reine Provokation oder militärische Drohung? Die russische Luftwaffe positioniert sich an der Grenze zu Norwegen.

Oslo/Moskau – Die russische Luftwaffe hat offenbar elf militärische Kampfflugzeuge auf die Halbinsel Kola nahe der norwegischen Grenze verlegt. Kola ist rund 32 Kilometer davon entfernt. Das zeigen Satellitenbilder, die dem Faktencheck-Team des norwegischen Nachrichtenportals Faktisk zugespielt wurden.

Auf den Aufnahmen des Luftwaffenstützpunktes „Olenya“ ist demnach zu sehen, dass dort zahlreiche Langstreckenbomber der Typen „TU-95“ und „TU-160“ positioniert wurden. Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet, sind die Militärflugzeuge in der Lage, Ziele in Europa und den USA mit Atombomben anzugreifen. Demnach sind diese Flugzeuge in der Regel auf dem Luftwaffenstützpunkt „Engels“ positioniert. Dieser befindet sich 720 Kilometer südöstlich von Moskau.

Russland schickt Langstreckenbomber an norwegische Grenze

Aus Russland gibt es bislang keine Stellungnahme zur Verlegung der Langstreckenbomber. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine militärische Drohung. Norwegen ist eines der Gründungsmitglieder der Nato. Ein Angriff wäre gleichbedeutend mit einem Bündnisfall. Dieser ist in Artikel 5 des sogenannten Nordatlantikvertrages geregelt und besagt, dass ein Angriff auf ein Bündnismitglied als eine Attacke auf die gesamte Nato angesehen wird.

Russischer Langstreckenbomber
Im Hintergrund ist ein „TU-160“-Kampfflugzeug der russischen Luftwaffe zu sehen. (Archivfoto) © Ministry Of Defence / Crown Copywr / PA Media / dpa

Am Freitag (14. Oktober) hatte es an der norwegischen Grenze bereits einen Vorfall gegeben: Norwegische Behörden nahmen einen russischen Staatsbürger mit Drohnen und weiterer elektronischer Ausrüstung bei einer Routinekontrolle fest. Staatsanwältin Anja Mikkelsen Indbjør sagte dem TV-Sender NRK, dass der Verdacht gegen den Mann bestehe, gegen Sanktionsgesetze verstoßen zu haben. Diese verbieten Russland Starts und Landungen von Fluggeräten auf norwegischem Staatsgebiet. Ein Gericht ordnete eine zweiwöchige Untersuchungshaft für den Festgenommenen an. Staatsanwältin Mikkelsen Indbjør erklärte zudem der Zeitung VG, dass das sichergestellte Material untersucht werde, um herauszufinden, wo die Drohnen geflogen seien. Der Mann habe sich bereits seit August in Norwegen aufgehalten. Der Verdacht der Spionage steht im Raum.

Die norwegische Justizministerin Emilie Enger Mehl äußerte sich ebenfalls dazu: „Es ist bekannt, dass es eine Geheimdienstbedrohung gegen uns gibt, die durch das verstärkt worden ist, was in Europa passiert“, erklärte sie dem TV-Sender NRK.

Aus Russland gibt es zudem immer wieder Drohungen, dass man Atomwaffen im Ukraine-Krieg einsetzen werde. Der frühere CIA-Direktor warnt: Die USA würden „jede russische Streitkraft ausschalten.“ (tu)

Auch interessant

Kommentare