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Putin wird gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit von Verbündetem bloßgestellt

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan scheint aktuell kein gutes Verhältnis zu Kreml-Chef Wladimir Putin zu haben.
Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan scheint aktuell kein gutes Verhältnis zu Kreml-Chef Wladimir Putin zu haben. © Twitter/Screenshot/@b_nishanov

Putin und Armeniens Premier Paschinjan gelten eigentlich als Verbündete. Der letzte OVKS-Gipfel ließ allerdings daran zweifeln – gleich zweimal.

München – Russland und Armenien pflegen eigentlich enge Beziehungen, besonders im Hinblick auf die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), ein Verteidigungsbündnis ehemaliger Sowjetstaaten. Doch beim jüngsten Treffen in Jerewan am Mittwoch (23. November) machte sich plötzlich eine Kluft zwischen dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan und Kreml-Chef Wladimir Putin bemerkbar.

Putin beim OVKS-Gipfel bloßgestellt – Paschinjan unterzeichnet Abschlusserklärung nicht

Grund dürfte dabei Paschinjans Unzufriedenheit mit dem Bündnis sein, dessen stärkstes Mitglied ohne Zweifel Russland ist. Im Zuge des 44-tägigen Krieges mit Aserbaidschan um Karabach blieb eine militärische Reaktion der OVKS zur Unterstützung Armeniens aus. Währenddessen unterstütze die Türkei den historischen Verbündeten Aserbaidschan auf jede mögliche Art und Weise. Die Folge: Aserbaidschan eroberte fast ganz Karabach. Baku sprach vom Ende einer rund 30-jährigen „Besetzung“. Immer noch gibt es zeitweise Zusammenstöße in der Region, berichtet merkur.de.

Beim Gipfel beschwerte sich Paschinjan der Nachrichtenagentur Reuters zufolge über die ausfallende Abschreckung Aserbaidschans und bezeichnete dies als „deprimierend“. Dass man noch keine Einigung gegen die „aserbaidschanische Aggression“ erzielt habe, schade dem Image des Bündnisses. Es blieb nicht nur bei Beschwerden. Am Ende des Treffens unterschrieb Paschinjan die Abschlusserklärung nicht. Der ebenfalls anwesende belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko schaute daraufhin irritiert zu Putin, wie ein Video des osteuropäischen Nachrichtenportals Nexta auf Twitter zeigt – immerhin eine unerwartete, kalte Dusche für den Kreml-Chef. „Ich schließe das Treffen, vielen Dank, vielen Dank“, soll Paschinjan eine Unterzeichnung abgelehnt haben.

Putin beim OVKS-Familienfoto isoliert – Paschinjan entfernt sich von ihm

Nicht nur das: Beim Familienfoto im Vorfeld des Gipfels ging Paschinjan auf Distanz zu Putin – buchstäblich. Ein Video des russischen staatlichen Fernsehsenders Tass zeigt, wie der armenische Premierminister zu dem Präsidenten von Kirgisistan, Sadyr Dschaparow, rückt und sich von Putin entfernt. Auch auf der anderen Seite bildete sich eine Lücke, wenn auch kleiner. Der russische Machthaber schien isoliert – kein gutes Zeichen für ihn inmitten der schwierigen, militärischen Lage für Russland im Ukraine-Krieg.

Nachdem Putin gleich zweimal bloßgestellt wurde, traf er sich trotzdem noch mit Paschinjan. Die Arbeit im Gipfel sei zwar „intensiv und nützlich“ gewesen, sagte Putin laut der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Allerdings räumte er auch ein: „Es ist nur selten möglich, in allen Themen eine Einigung zu treffen.“ (bb)

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