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Falls Putin bei Krim-Verlust nicht zurücktritt: „Sie vergiften ihn“

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Von: Franziska Schwarz

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Ukraine-Krieg: Wladimir Putin am 13. Januar 2023 in Moskau
Aufnahme vom 13. Januar: Wladimir Putin © Sergei Bobylev/Imago

Ein amerikanischer Geschichtsprofessor ist sich sicher: Verliert Putin die annektierte Krim, könnte das für ihn nicht nur den politischen Tod bedeuten.

New York - Prognosen zum Verlauf des Ukraine-Kriegs gibt es viele. Ebenso wie Spekulationen über die politischen Pläne des Kremlchefs. Jüngste Aussagen eines Geschichtsprofessors erregten nun aber viel Aufmerksamkeit: Ein Aufgeben der Krim wäre für Wladimir Putin die „größte Niederlage“, meinte der Historiker Michael Kimmage zu Newsweek.

„Die Krim ist der gefährlichste Aspekt am Ukraine-Krieg, ohne jede Frage“, zitierte ihn der am 13. Januar erschienene Artikel. Für den ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskjy sei „glasklar“, dass die annektierte Halbinsel zurück an sein Land gehen müsse. Für Putin hingegen, dass das Gebiet russisch sei. „Nur einer kann gewinnen. Das legt die Messlatte höher.“

Putin und eine mögliche Krim-Niederlage: „Er würde den Oligarchen gegenüberstehen“

Denn müsste Moskau die Krim zurückgeben, wäre das für Putin nicht nur politisch das Ende, zeigte sich Kimmage überzeugt:. „Er würde Generälen und seiner Regierung sowie den Oligarchen gegenüberstehen, die einen Rücktritt fordern. Oder sie vergiften ihn, oder jemand erschießt ihn, wie es in Russland bei Machtwechseln üblich ist.“

Eine Niederlage auf der Krim im Ukraine-Krieg würde nach Kimmages Meinung in Russland den Eindruck erwecken, „dass er die Geschicke nicht im Griff hat“. Weitere für den Newsweek-Artikel befragten Experten äußerten sich ähnlich.

Im Jahr 2014 annektierte Russland die Krim nach einem international nicht anerkannten Referendum. Schon damals gab es teils gewaltsame separatistische Bewegungen im Donbass, wo das Verhältnis zu Russland traditionell enger ist als im Westen. Die Regierung in Kiew hat angekündigt, die Halbinsel zurückerobern zu wollen. Eine Chronologie zum Ukraine-Konflikt finden Sie hier. Im Sommer erschütterten mehrere massive Explosionen die Krim.

Vergangenen Monat besuchte der Kremlchef dann die wieder reparierte Krim-Brücke - Beobachter werteten Putins Auftritt im Mercedes als PR-Termin, mit dem er ein Zeichen setzen wollte.

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