1. Startseite
  2. Politik

„Stille den Blutfluss nicht“ – „Putins Koch“ empört mit Rasputin-Vergleich

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat sich zu Vergleichen mit dem Wanderprediger Rasputin geäußert. (Archivfoto)
Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat sich zu Vergleichen mit dem Wanderprediger Rasputin geäußert. (Archivfoto) © Imago

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin reagiert auf Vergleiche mit dem historischen Wanderprediger Rasputin – und fühlt sich offenbar geschmeichelt.

Moskau – Nachdem Jewgeni Prigoschin mit dem russischen Wanderprediger Grigori Rasputin verglichen wurde, hat sich der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner am Sonntag (22. Januar) zu Wort gemeldet. Im Gegensatz zu Rasputin, der unter anderem den Sohn des letzten Zaren wegen einer Blutkrankheit behandelte, sei es nicht seine Aufgabe, Blutungen zu stillen, sondern Blut „zu vergießen“.

Am vergangenen Wochenende zog die Financial Times den Vergleich zwischen Prigoschin und dem einst einflussreichen Rasputin: Der Wagner-Chef habe immer mehr Einfluss im Kreml, so wie einst der orthodoxe Mönch auf die Zarenfamilie. Seit Monaten ist Prigoschin mit seiner berüchtigten Söldnertruppe im Ukraine-Krieg im Einsatz.

„Ich bin mit der Geschichte Rasputins nicht sehr vertraut, aber soweit ich weiß, besteht eine wichtige Eigenschaft Rasputins darin, dass er den Blutfluss des jungen Prinzen mit Beschwörungsformeln gestoppt hat“, wird Prigoschin von seiner Pressestelle zitiert. „Leider kann ich den Blutfluss nicht stoppen. Ich lasse die Feinde unseres Vaterlandes bluten. Und zwar nicht durch Beschwörungen, sondern durch direkten Kontakt mit ihnen.“

Jewgeni Prigoschin: Wagner-Chef will „ungehorsame Westler“ bestrafen

Die Financial Times war nicht die erste, die seine Rolle mit jener Rasputins am russischen Zarenhof verglich – ein russischer Journalist zog diesen Vergleich bereits im vergangenen Jahr. Die US-Zeitung ging jedoch und schrieb, Prigoschin habe sich als aktiver Unterstützer des russischen Krieges, „als scharfer Kritiker der militärischen, bürokratischen und wirtschaftlichen Eliten positioniert, die Putin mit ihrem halbherzigen, inkompetenten Vorgehen im Krieg angeblich im Stich lassen“.

Eine Beobachtung, der offenbar selbst Prigoschin zustimmt. Die Vergleiche seien „absolut eindeutig“, heißt es aus der Pressestelle des Wagner-Chefs. Er sehe seine Rolle darin, „ungehorsame Westler“ wieder auf Linie zu bringen: „Wenn Kinder Unfug treiben, versuchen sie, die Aufmerksamkeit ihres Vaters mit allen möglichen unerwarteten Tricks auf sich zu ziehen“, wird Prigoschin zitiert. „Alles, was die Amerikaner deshalb tun müssen, ist, zu ihrem Vater zu kommen, ihn um Vergebung zu bitten und sich weiterhin normal zu verhalten.“

Rasputin wurde 1916 von einer Gruppe russischer Adliger ermordet, die seinen wachsenden Einfluss auf die zaristische Familie fürchteten. Zwei Jahre später ermordeten russische Revolutionäre nach der Machtergreifung sowohl Zar Nikolaus II. als auch seine Familie. Wie es mit Jewgeni Prigoschin weitergeht, wird die Zukunft zeigen. (nak)

Auch interessant

Kommentare