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Putin kontrolliert jetzt auch das Kinoprogramm in Russland

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Von: Romina Kunze

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Der russische Präsident Wladimir Putin.
Kriegs-Propaganda des Kremls: Der russische Präsident Wladimir Putin weist seine Regierung an, in den kommenden Wochen kriegsverherrlichende Dokumentarfilme über die Militär-Offensive in der Ukraine zu produzieren und im Kino auszustrahlen (Symbolbild). © Aleksey Nikolskyi/dpa

Präsident Putin möchte die Meinung in Russland über den Krieg in der Ukraine beeinflussen und lässt Propaganda-Filme fürs Kino produzieren.

Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin verschärft seine Kriegs-Propaganda im eigenen Land: Berichten zufolge habe Putin als eine der ersten Amtshandlung im neuen Jahr 2023 seine Regierung angewiesen, zeitnah Dokumentarfilme über den Angriff auf die Ukraine in allen Kinos ausstrahlen zu lassen. Das vermeldete die ukrainische Wochenzeitung Kyiv Post.

Demnach soll der Kreml dem russischen Kultusministerium befohlen haben, bis zum 1. Februar die Anordnung umzusetzen. Das Verteidigungsministerium soll nach Befehl des Präsidenten bei der Produktion der Dokumentarfilme über den Krieg in der Ukraine helfen, schreibt Kyiv Post weiter.

Russische Kriegs-Propaganda: Putin will „Helden der militärischen Sonderoperation“ einen Film widmen

Die künftig in den Kinos gezeigten Filme sollen sich „dem Heldentum der Teilnehmer der militärischen Sonderoperation“ widmen, heißt es in den Berichten. Diese Formulierung verwendet der Kreml bislang für den Krieg in der Ukraine. Die „Sonderoperation“ sei nach russischem Verständnis nötig im Kampf gegen die ukrainische „Neonazi-Ideologie“, womit die Militär-Offensive innen- und außenpolitisch begründet wird.

Die Rhetorik des Kremls begleitet den Krieg schon seit Beginn. Nach anhaltender Spannungen ließ Putin am 24. Februar 2022 Truppen in die Ukraine einmarschieren, unter dem Vorwand, das pro-westliche Land müsse „entmilitarisiert“ und „entnazifiziert“ werden.

Russische Propaganda verschärft Kremls „Kulturkrieg“ gegen den Westen

Die russische Kriegs-Ideologie soll sich nun auf den Kinoleinwänden fortsetzen. Fürchtet der Kreml-Chef um den Zuspruch aus dem eigenen Volk? Das militärische Vorhaben scheint jedenfalls nicht nach Plan Putins zu verlaufen. Nach Einschätzungen zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg eines US-amerikanischen Militär-Experten ginge dem Kreml allmählich die Waffen aus, was auch die jüngsten Gespräche des russischen Präsidenten mit China und Iran belegten.

Der russische Präsident Wladimir Putin.
Der russische Präsident Wladimir Putin. © Mikhail Klimentyev/Imago

Außerdem vermeldete Putin zuletzt selbst, die „Spezialoperation“ möglichst schnell beenden zu wollen, nachdem das russische Militär jüngst herbe Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen musste. In der Ansprache des Präsidenten war auch erstmals die Rede vom „Krieg“ in der Ukraine. Zuvor seien nach Meldung der Kyiv Post die Begriffe Krieg und Invasion in der Öffentlichkeit strengsten untersagt gewesen. Seit Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine haben die staatlichen Fernsehsender ihre Propaganda verstärkt. Unabhängige Medien wurden in Russland verboten, etliche Journalisten haben das Land verlassen.

Die neuen Propaganda-Vorhaben des Kremls sind ein weiterer Einschnitt der freien Meinungsäußerung von russischen Kunstschaffenden. Erst Ende Dezember 2022 rief Putin einen „Kulturkrieg“ gegen den Westen aus, bei dem westliche Einflüsse auf Russlands Film und Fernsehen unterbunden werden sollen. (Romina Kunze)

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