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Wladimir Putin
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An einem Treffen in Tadschikistan nimmt Wladimir Putin digital teil. (Archivfoto)

Russland

Corona-Krise in Russland: Wladimir Putin geht in Selbstisolation

  • Stefan Scholl
    VonStefan Scholl
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Wladimir Putin geht in Quarantäne. In Russland wird spekuliert, dass das nicht nur mit Corona-Fällen in seinem Umfeld zu tun hat.

Moskau – Der Präsident fühle sich hervorragend, sei absolut gesund, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Die Wirksamkeit des Sputniks ist erwiesen hoch. Die Wirksamkeit Putins noch höher.“

Am Dienstag hatte Wladimir Putin bei einer Video-Sitzung des Kabinetts bekannt gegeben, dass er nicht wie geplant nach Tadschikistan reisen könne, sondern sich in Selbstisolation begeben müsse. Mehrere Leute aus seiner engsten Umgebung seien an Covid-19 erkrankt, auch ein unmittelbarer Mitarbeiter, obwohl der mehrfach geimpft worden sei. Nach Angaben des Kremls wird der Präsident „eine bestimmte Zeit in Quarantäne bleiben.“ Am Montag hatte er noch ein Herbstmanöver besucht, am Dienstag den syrischen Staatschef Baschar al-Assad empfangen. Mehrere Videokonferenzen später konnte zumindest das linientreue Russland gestern aufatmen: Der „Garant“ ist voll einsatzfähig.

Warum geht Wladimir Putin gesund und trotz Corona-Impfung in Quarantäne?

Trotzdem wird jetzt die Frage laut: Warum geht Wladimir Putin gesund in Quarantäne? Obwohl er nach eigenen Worten selbst zweimal mit Sputnik V geimpft ist, dem, so Putin, besten Corona-Impfstoff der Welt. Und warum drei Tage vor dem Beginn der Wahlen zur Staatsduma, unmittelbar vor den eigentlich eingeplanten Gipfeln des postsowjetischen Militärbündnisses OVKS und der Shanghaier Organisation für Kooperation im tadschikischen Duschanbe? In jenem Nachbarstaat Afghanistans dürften nach der dortigen Machtübernahme der Taliban diverse zentralasiatische Amtskolleg:innen auf die Führungsqualitäten des Russen hoffen. Abgesehen vom russischen Wahlvolk.

„Putin kann sich das erlauben“, erklärt der Petersburger Politologe Dmitri Trawin der FR. „Die Regeln der westlichen Politik gelten bei uns nicht, auf die Wahlergebnisse hat das keinerlei Einfluss.“ Nach Duschanbe lässt sich Putin digital zuschalten. Die gut informierte Zeitung Kommersant spekuliert, dem Staatschef sei die Reise nach Tadschikistan, der geographisch hinterletzten GUS-Republik, vielleicht zu beschwerlich. Politologe Trawin glaubt, es könne wirklich medizinische Gründe für die Zurückhaltung des fast 69-jährigen Putins geben. Ist er vielleicht doch gar nicht geimpft, wie viele Russ:innen angesichts fehlender Fotos von der Impfung mutmaßen? Wenn sich aber wirklich engste Mitarbeiter Putins angesteckt haben, spricht das nicht für die Effektivität des im Kreml eingesetzten Impfstoffs.

Empfehlung für die Wahl in Russland: „Bleibt zuhause wie Putin“

Wie so oft bei Geschehnissen in und um den Kreml bleibt nur der Kaffeesatz. Eine der populärsten Varianten im Internet ist, dass der Präsident sich in der Selbstisolierung am wohlsten fühle. Er sei schließlich zum Publikumspolitiker ernannt worden, nicht berufen, sagt auch der Politologe Stanislaw Belkowski Radio Swoboda. Und mit Putins Quarantäne wolle der Kreml bei den Wahlen von Freitag bis Sonntag einer zu hohen Beiligung gerade unter den Wechselwähler:innn vorbeugen, die fürchteten Corona besonders. Mit der Botschaft: „Bleibt zuhause wie Wladimir Putin.“

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