Mord in Berlin

Putin eskaliert Georgier-Fall

Der in Berlin Ermordete sei ein „Bandit“ gewesen, behauptet der russische Präsident.

Nach der Ausweisung zweier russischer Diplomaten aus Berlin hat der russische Präsident Wladimir Putin Deutschland mit Vergeltung gedroht. „Es gibt eine Regel: Ihr habt unsere Diplomaten ausgewiesen, wir weisen eure Diplomaten aus“, sagte Putin am Dienstag in Paris. Die russischen Diplomaten hätten „nichts“ mit dem mutmaßlichen Auftragsmord an einem Georgier im Berliner Kleinen Tiergarten im Sommer zu tun, sagte Putin. Der Tote sei ein gesuchter Kämpfer gewesen und einer der Organisatoren der Anschläge in der Moskauer Metro. Er sei „sehr brutal und blutrünstig“ gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie habe das Thema bei ihrem bilateralen Treffen mit Putin in Paris angesprochen und den russischen Präsidenten zur Kooperation aufgefordert. „Ich gehe davon aus, dass die russische Seite uns ihre Informationen zur Verfügung stellt“, sagte die Kanzlerin. „Jedenfalls fände ich das gut.“ Auch Putin sagte, wegen der Sache müsse es nicht unbedingt eine diplomatische Krise geben. „Wir müssen unseren deutschen Kollegen helfen“, unterstrich er. Der Generalbundesanwalt hatte am vergangenen Mittwoch die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Auftragsmord in Berlin übernommen. Er verfolgt den Anfangsverdacht, dass staatliche Stellen in Russland hinter der Tat vom August 2019 stecken.

Manuel Sarrazin, Sprecher für Osteuropapolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte, Putin habe „seine tiefsitzende Abneigung gegenüber rechtsstaatlichen Prinzipien und internationaler Zusammenarbeit“ gezeigt. afp

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