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Gab es einen Anschlag auf Putin? Oder sind das nur Hirngespinste?

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Von: Constantin Hoppe

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Putin Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit
Wladimir Putin, Präsident von Russland, beim Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Usbekistan. © Sergei Bobylev/dpa

Eine Meldung über ein angebliches Attentat auf den russischen Präsidenten macht die Runde in den sozialen Netzwerken. Was an den Behauptungen dran ist.

Moskau – Am Donnerstag (15. September) machte eine Nachricht in mehreren englischsprachigen Medien und sozialen Netzwerken die Runde: In den Straßen von Moskau sei es zu einem Anschlag auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin gekommen. Dabei soll es auch zu einer Explosion an dem Fahrzeug gekommen sein, in dem sich Putin befand.

Explosion in Moskau: Gab es einen Anschlag auf Putin?

Am Mittwoch (14. September) meldete der anonyme, russischsprachige Telegram-Kanal General SVR, es sei ein Attentat auf Putin verübt worden, während seine Wagenkolonne durch Moskau fuhr. Demnach wurde das erste Fahrzeug der Kolonne einige Kilometer von Putins Wohnsitz entfernt von einem Krankenwagen blockiert, den das zweite Fahrzeug ohne anzuhalten umfuhr. Dann gab es einen „lauten Knall“ am linken Vorderrad des dritten Wagens, in dem sich Putin befunden haben soll, „gefolgt von starkem Rauch“. Die Kolonne, mit Ausnahme des ersten Wagens, erreichte jedoch ihr Ziel, so SVR.

Der Attentatsversuch soll sich damit zugetragen haben, kurz nachdem zahlreiche russische Politiker:innen den Rücktritt des Präsidenten gefordert hatten.

Weiterführende Beweise für diese Behauptung lieferte der Kanal jedoch nicht, meldet das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek. Davon abgesehen, dass die Meldung des Telegramkanals bis Freitag (16. September) fast 400.000 Mal abgerufen wurde, gibt es keine weiteren Hinweise darauf, dass der Anschlag tatsächlich stattgefunden hat.

Anschlag auf Putin? Telegram-Kanal verbreitet oft Meldungen ohne Beweise

Die Behauptungen des Telegram-Kanals, der regelmäßig angebliche Insiderinformationen über Putin und den Kreml veröffentlicht, aber keine Beweise, für deren Wahrheitsgehalt vorlegt, müssen daher mit Skepsis betrachtet werden. Aus derselben Quelle stammt auch eine Reihe von Behauptungen über Putins angeblichen schlechten Gesundheitszustand, einschließlich der Behauptung, er sei wegen Krebs operiert worden.

Auch Olga Lautman vom US-Amerikanischen Center for European Policy Analysis beschäftigte sich mit dem Gerücht über den vermeintlichen Anschlag. Sie schrieb, dass „das Gerücht über den Attentatsversuch von einem seltsamen Telegram-Kanal stammt, der höchstwahrscheinlich von russischen Geheimdiensten betrieben wird und Putin zehnfach tot sieht“.

Anschlag auf Putin hat vermutlich nicht stattgefunden

Lautman warnt vor Falschinformationen: „Seien Sie vorsichtig mit der Verbreitung von Informationen, die keine Quellen haben oder versuchen, Panik zu erzeugen.“ (con)

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