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Angriffe auf Zivilbevölkerung im Ukraine-Krieg „psychologisch wichtig“

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Barbarische Raketenangriffe: Russland attackiert wahllos ukrainische Städte.
Barbarische Raketenangriffe: Russland attackiert wahllos ukrainische Städte. © Imago

Das weltweite Entsetzen über russische Raketenangriffe auf Kiew und die Zivilbevölkerung bleibt groß. Im russischen Staatsfernsehen werden die Attacken verteidigt.

Moskau – Im Ukraine-Konflikt hat Russland am vergangenen Dienstag (11. Oktober) mehrere Großstädte mit Raketen attackiert – auch Kiew. Die scheinbar wahllosen Angriffe trafen besonders die ukrainische Bevölkerung und die zivile Infrastruktur. Viele Expert:innen waren sich einig: Die Attacken hatten keine militärische Bedeutung. Sie brachten keine Kehrtwende auf dem Schlachtfeld, wo Russland fast täglich Niederlagen einstecken muss. Die Gründe für die Angriffe seien nun im russischen Staatsfernsehen offengelegt worden. Das berichtet thedailybeast.com.

Das russische Bombardement sei ein Vergeltungsakt gewesen – unter anderem für die Explosionen auf der Krim-Brücke, die ein ukrainischer Angriff auf eines der Symbole des „russischen Stolzes“ gewesen sei. Das sagte der Leiter des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Andrej Kartapolow, im russischen Staatsfernsehen am Sonntag (9. Oktober). Ein weiteres zerstörtes Symbol sei laut Kartapolow das gesunkene Kriegsschiff Moskwa gewesen. Nun bleibe Russland nur noch ein Symbol: Präsident Wladimir Putin. Kartapolow fordert die Bevölkerung Russlands auf, sich hinter Putin zu vereinen.

Russisches Staats-TV zum Ukraine-Krieg: „Sind sie schon am Heulen?“

Die russischen Vergeltungsschläge im Ukraine-Krieg seien gerechtfertigt, sagte auch Konstantin Dolgow, ehemaliger russischer Menschenrechtsbeauftragter, am Montag (10. Oktober) in der staatlichen TV-Sendung „60 Minutes“. Russland könne die gesamte Infrastruktur in der Ukraine als militärisches Ziel betrachten. „Jammern sie schon? Sind sie schon am Heulen?“, fragte Dolgov gegenüber den Ukrainern. „Es ist absolut klar, dass die Bürger das entschlossene Handeln des Präsidenten unterstützen und die Stimmung vieler Menschen hat sich verbessert“, sagte Andrej Isajew, Mitglied der russischen Staatsduma, in der Sendung.

Auf Konstantin Zatulin, erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses der Staatsduma, löste der Raketenangriff ein „Gefühl der Zufriedenheit“ aus. Das kurzfristige Ziel Russlands bestehe darin, „die Initiative zurückzugewinnen, die wir früher hatten und die leider im Laufe des Sommers verloren ging, was zu beträchtlichen Verlusten der zuvor von uns kontrollierten Gebiete führte.“

Russisches TV: Russland sollte kein Mitgefühl mit Ukraine haben

Der Politikwissenschaftler Sergej Mikheyev vertrat die Ansicht, dass die Zerstörung der zivilen Infrastruktur der Ukraine von Anfang an hätte im Vordergrund stehen müssen. Seiner Meinung nach ist die beste Art und Weise, wie Russland in der Ukraine Mitgefühl zeigen kann, mit dem Abschneiden des Schwanzes eines Hundes zu vergleichen: je schneller, desto besser. Mikheyev sprach sich dafür aus, die gesamte Ukraine ohne Gas, Strom, fließendes Wasser und Kanalisation zu lassen. Solange die Ukrainer nicht gezwungen seien, zu frieren, würden sie nicht verstehen, was ein Krieg wirklich sei, erklärte er. Mikheyev fügte hinzu: „Fünf bis zehn Millionen von ihnen sollten nach Europa gehen“.

Solowjow stimmte voll und ganz zu, dass die ukrainische Infrastruktur mit einem ständigen Sperrfeuer von Raketenangriffen zerstört werden sollte: „Sie betrachten uns sowieso schon als Schurken. Es ist besser, gefürchtet zu werden, als ausgelacht zu werden.“ Sidorow pflichtete ihm bei und erklärte, die jüngsten Angriffe seien aus „psychologischen Gründen“ wichtig und sollten fortgesetzt werden. (Jan Wendt)

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