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Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat John Edwards übersteht ungeschoren ein monatelanges Gerichtsverfahren wegen einer Sexaffäre.
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Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat John Edwards übersteht ungeschoren ein monatelanges Gerichtsverfahren wegen einer Sexaffäre.

John Edwards

Prozess um illegale Parteispenden geplatzt

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat John Edwards hat Glück im Unglück. Wegen eines Sexskandals und illegalen Parteispenden muss er sich vor Gericht verantworten. Doch die Geschworenen können sich nicht einigen.

Ein Prozess um illegale Parteispenden vor dem Hintergrund eines Sexskandals gegen den früheren US-Präsidentschaftskandidaten John Edwards ist geplatzt. Nach neuntägigen Beratungen sprachen die Geschworenen Edwards am Donnerstag in einem von sechs Anklagepunkten frei, über die anderen fünf konnte sich die Jury in Greensboro im US-Staat North Carolina nicht einigen.

Edwards soll laut Anklage fast eine Million Dollar (800.000 Euro) für die Verschleierung einer Affäre und eines unehelichen Kindes ausgegeben haben. Die Zahlungen hätten zum Ziel gehabt, sein Image als fürsorglicher Familienmensch und damit seine Erfolgsaussichten im Präsidentschaftswahlkampf 2008 zu schützen. Das Geld sei von zwei reichen Gönnern gekommen und von Edwards Mitarbeitern genutzt worden, um die Mutter seines unehelichen Kindes bei Laune zu halten. Die Geschworenen kamen darüber jedoch nicht zu einem einheitlichen Urteil. Freigesprochen wurde Edwards vom Vorwurf der Annahme illegaler Wahlkampfspenden.

Er habe nach eigener Überzeugung nie etwas Illegales getan, sagte Edwards auf den Stufen des Gerichtsgebäudes. Dennoch „habe ich schrecklich viel getan, was falsch war, und niemand sonst ist für meine Sünden verantwortlich.“ Zugleich äußerte er sich optimistisch über seine Zukunft: „Ich glaube nicht, dass Gott mit mir durch ist. Ich glaube wirklich, er denkt, dass ich noch ein paar gute Dinge bewirken kann.“ Die Geschworene Cindy Aquaro sagte am Freitag in der „Today“-Show des Senders NBC, sie glaube, dass Edwards zumindest in einigen Punkten schuldig sei. Aber er sei schlau genug gewesen, dies zu verbergen, und ein Beweis habe sich nicht finden lassen. Auch die Geschworene Theresa Fuller sagte im Sender ABC, es habe einfach keine Beweise gegeben.

Ehefrau während Affäre an Krebs erkrankt

In dem sechswöchigen Prozess kamen intime Einzelheiten des Verhältnisses von Edwards und seiner Geliebten zur Sprache. Edwards hatte Rielle Hunter 2006 kennengelernt und eine Affäre mit ihr begonnen. Er verschaffte Hunter einen mit 250.000 Dollar dotierten Vertrag über die Produktion von Videoclips für den Wahlkampf, obwohl sie über keinerlei Erfahrung im Filmgeschäft verfügte. Hunter wurde schließlich im Sommer 2007 schwanger.

Aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur, die schließlich Barack Obama für sich entschied, zog sich Edwards angesichts schlechter Werte im Januar 2008 zurück. Die Affäre räumte er im August 2008 öffentlich ein, nachdem amerikanische Medien monatelang darüber spekuliert hatten. Zu dem außerehelichen Kind bekannte sich Edwards öffentlich erst im Januar 2010, fast zwei Jahre nach dessen Geburt.

Seine Anwälte erklärten im Prozess, das ihm zugeflossene Geld sei ein Geschenk reicher Gönner gewesen, keine Wahlkampffinanzierung. Das Geld habe lediglich dazu gedient, die Affäre vor seiner Frau zu verbergen. Die Geschworenen müssten zwischen einer Sünde und einer Straftat unterscheiden: „John Edwards hat seine Sünden gestanden. Er wird lebenslang für sie büßen.“

Edwards Frau Elizabeth war zum Zeitpunkt der Affäre an Brustkrebs erkrankt. Sie ging im März 2007 mit dieser Diagnose an die Öffentlichkeit, was ihr in den USA viel Sympathie einbrachte. Ende 2010 starb sie im Alter von 61 Jahren. Zuletzt lebte das Paar getrennt. Im Fall einer Verurteilung hätten Edwards bis zu 30 Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) gedroht. Weder er selbst noch seine Geliebte sagten während des Prozesses aus. Aus Justizkreisen verlautete, es sei unwahrscheinlich, dass der Prozess noch einmal neu aufgerollt werde. (dapd)

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