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Gerichtsverhandlung

Prozess gegen homofeindlichen Pastor: Gutachter sagt nicht aus

  • VonEckhard Stengel
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Am Landgericht Bremen sollte ein evangelikaler Theologieprofessor in einem Verfahren wegen Volksverhetzung aussagen, doch Fachleute bezweifelten seine Unbefangenheit – jetzt macht er einen Rückzieher.

Im geplanten Berufungsprozess gegen den homofeindlichen evangelikalen Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung verzichtet das Landgericht Bremen darauf, den ebenfalls evangelikalen Theologieprofessor Christoph Raedel als Gutachter anzuhören.

Wie ein Justizsprecher am Montag der FR mitteilte, habe Raedel selbst um seine Entbindung gebeten. Zuvor hatten Jura-Professoren und die Staatsanwaltschaft die Unbefangenheit Raedels angezweifelt; denn ebenso wie Latzel hält er gelebte Homosexualität für Sünde. „Der Sachverständige hat den Vorwurf der Befangenheit zwar zurückgewiesen“, sagte der Gerichtssprecher, aber er habe dennoch darum gebeten, „in der Sache aufgrund der Unruhe um seine Person und der aufgekommenen Vorwürfe nicht weiter tätig werden zu müssen“.

Pastor Latzel war Ende 2020 vom Amtsgericht Bremen wegen Volksverhetzung zu 8100 Euro Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er Homosexuelle als Verbrecher bezeichnet hatte. Zudem hatte er von „Gender-Dreck“ und von Homosexualität als „Degenerationsform“ der Gesellschaft gesprochen. Er legte Berufung ein und beantragte beim Landgericht zunächst mit Erfolg, Raedel als Sachverständigen einzusetzen.

Laut Gerichtssprecher sollte der Professor der Freien Theologischen Hochschule Gießen „völlig wertungsfrei“ darlegen, ob sich Latzels Aussagen auf die Bibel zurückführen ließen. Wenn ja, sei seine Religionsfreiheit betroffen. Nach dieser Feststellung müsse das Gericht aber noch abwägen, welche Grundrechte hier schwerer zu gewichten seien: die des evangelikalen Pastors oder die der Homosexuellen.

Das Gericht sucht jetzt nach einem anderen Sachverständigen. Dem Sprecher zufolge sind Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht „nach wie vor entschlossen, sich sachverständig in dem Verfahren beraten zu lassen“. stg

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