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Rechtsextreme in Panik

„Proud Boys“ im Chaos: Private Sprachnachrichten der rechtsextremen Gruppe veröffentlicht

  • VonJan Lucas Frenger
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Im Zuge eines Gerichtsverfahrens werden private Nachrichten der rechtsextremen Gruppe „Proud Boys“ veröffentlicht. Darauf zu hören: Panik.

Washington – Knapp einen Monat nach dem Sturm auf das Kapitol Anfang des Jahres in den USA verhaftete die Polizei immer mehr Mitglieder der rechtsradikalen Gruppe „Proud Boys“, woraufhin innerhalb der Gruppierung regelrechte Panik ausbrach. Das zeigten laut CNN nun private Sprachnachrichten, die im Rahmen eines Gerichtsverfahrens im Staate Washington gegen Ethan Nordean, einen Anführer der Trump zugewandten Vereinigung, veröffentlicht wurden.

„Wir sind am Ende – sie kommen uns holen“, sagte ein Mitglied der Gruppe in dem privaten Chat des Dienstes Telegram laut Gerichtsakten. Ein weiteres Mitglied soll sich im Chat wie folgt geäußert haben: „Die ganze Aktion fällt uns jetzt total auf den Kopf.“ Dieselbe Person äußerte laut dem veröffentlichten Material später sogar noch Kritik an anderen Mitgliedern der Gruppierung und stellte Schuldzuweisungen.

Sind im Chaos versunken: die rechtsextreme Gruppierung „Proud-Boys“. (Archivbild)

„Proud Boys“ versinken im Chaos: Hitzige Diskussionen und Rücktrittsforderungen im Chat

Die Nachrichten der rechtsterroristischen „Proud Boys“ wurden laut CNN am selben Tag öffentlich gemacht, wie die Ankündigungen neuer Bemühungen im Kampf gegen inländischen Terrorismus und Extremismus von Generalstaatsanwalt Merrick Garland. Im Zuge der Ermittlungen zum Sturm auf das Kapitol am 06. Januar fokussieren sich die Staatsanwälte Informationen von CNN zufolge verstärkt auf die „Proud Boys“ sowie weitere rechtsextreme Gruppierungen dieser Art.

Laut Gerichtsakten entbrannten in den privaten Chats der „Proud Boys“ zudem hitzige Diskussionen bezüglich verschiedener Anführer und ob diese ihren Job überhaupt noch gut machen – ein Mitglied forderte demnach sogar den Rücktritt des bereits einen Tag vor dem Angriff auf das Kapitol verhafteten Anführers, Enrique Tarrio. Den Akten seiner Anwälte zufolge sagte Ethan Nordean dazu: „Ich verstehe jetzt, dass wir ein paar Dinge getan haben, die wir lieber nicht hätten tun sollen. Doch es ist nun mal passiert – daraus müssen wir jetzt lernen.“ Dem groben Gerichtsprotokoll zufolge sagte Nordean darüber hinaus, er sei mittlerweile kein Supporter mehr von Ex-Präsident Donald Trump.

„Proud Boys“-Anführer: Kein Trump-Anhänger mehr

Geschockt waren die Mitglieder, den Chat-Nachrichten zufolge, auch über die härte der verhängten Strafen. „Zwanzig verdammte Jahre? Die werden uns einbuchten, egal was wir machen“, sagt einer der „Proud Boys“, während andere Mitglieder zu dem Entschluss kamen, dass es wohl besser wäre, sich schuldig zu bekennen.

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Besonders kurios: Ein Mitglied der rechtsradikalen Gruppe war dem vorliegenden Material zu Urteilen davon ausgegangen, man habe sich darauf geeinigt, gar nicht erst am Angriff auf das Kapitol teilzunehmen. Dementsprechend groß war der Ärger dann auch über die dadurch entstandenen Imageschäden für die nun nicht mehr ganz so „Proud Boys“. (Jan Lucas Frenger)

Mit dem Sturm auf das Kapitol im Januar wollten zahlreiche Trump-Anhänger den rechtmäßigen Amtsantritt von Joe Biden verhindern.

Rubriklistenbild: © Christy Bowe/Imago-Images

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