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Ausschreitungen

Sturm auf das Kapitol: FBI geht gegen rechtsextreme „Proud Boys“ vor

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Nach den Unruhen in Washington erzielt das FBI Ermittlungserfolge. Zwei festgenommene Männer, die in das Kapitol eindrangen, sind Mitglieder der rechtsextremen „Proud Boys“.

  • Radikale Anhänger:innen von Donald Trump stürmen das Kapitol in Washington.
  • Unter dem Mob waren auch Mitglieder der rechtsextremen „Proud Boys“.
  • Das FBI macht zwei Randalierer der „Proud Boys“ ausfindig und lässt sie festnehmen.

Washington D.C. – „Haltet euch zurück und haltet euch bereit“ sagte Donald Trump etwa einen Monat vor der US-Wahl, als er im TV-Duell mit Joe Biden auf die „Proud Boys“ angesprochen wurde. Bereit waren sie dann auch. Zuerst beim von ihnen organisierten „Million MAGA March“ am 14. November und anschließend Mitte Dezember bei einer weiteren Demonstration zur Unterstützung von Donald Trump in Washington. Beide Male kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen sowie Übergriffen auf Einzelpersonen.

Die Eskalation folgte am 6. Januar 2021, als Joe Biden offiziell zum Sieger der US-Wahl erkärt werden sollte. Radikale Anhänger:innen von Donald Trump drangen in das Kapitol ein und versetzten Abgeordnete in Todesangst. Die „Proud Boys“ und weitere rechte Gruppen sollen maßgeblich an der Planung des Sturms beteiligt gewesen sein und sogar Kontakt zur Familie und zu Vertrauten von Donald Trump gehabt haben. Nun hat die Polizei zwei Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung im Zusammenhang mit den Ausschreitungen festgenommen.

Am 6. Januar 2021 stürmen radikale Anhänger:innen von Donald Trump das Kapitol in Washington, darunter auch Mitglieder der „Proud Boys“.

Für Donald Trump im Kapitol: Proud Boys nach Ausschreitungen in Washington verhaftet

Gegen zwei Männer aus dem Bundesstaat New York, 43 und 31 Jahre alt, wurde drei Wochen nach den Ausschreitungen im Kapitol Anklage erhoben. Die Vorwürfe lauten Verschwörung, Aufruhr gegen die Staatsgewalt, illegales Betreten und die Störung des öffentlichen Friedens in eingeschränkten Gebäuden.

Der 43-Jährige wurde durch ein Video bekannt, in dem zu sehen ist, wie er ein Fenster mit einem Schutzschild der Kapitol-Polizei zertrümmert. Im Gebäude zündete sich das Mitglied der „Proud Boys“ schließlich eine „Sieges-Zigarre“ an. Er sei sich sicher gewesen, dass „wir das übernehmen können“. Vom zuständigen Staatsanwalt Michael Shewerin heißt es, dass der 43-Jährige „Ausdauer, Entschlossenheit und Koordination“ gezeigt habe, um stets in den vordersten Reihen dabei zu sein, bevor er schließlich in das Kapitol eingedrungen ist. Dass er ein Fenster zertrümmert und es weiteren Randalierern ermöglicht habe, das Gebäude zu betreten, „könne nicht überbewertet“ werden.

FBI macht „Proud Boys“ nach Ausschreitungen in Washington ausfindig: Zwei Festnahmen in New York

Zuhause in seiner Heimat Rochester fand das FBI einen USB-Stick mit Anleitungen für den Bau von Waffen, Bomben und die Herstellung von Giften. Die „Tagesschau“ berichtet von Zeugen, die gehört haben sollen, dass die Gruppe um den 43-Jährigen bestimmte Abgeordnete und Mike Pence gerne umgebracht hätte. Der Anwalt des „Proud Boy“ beschreibt ihn als selbstständigen Familienmenschen.

Das FBI konnte zudem einen 31-Jährigen aus der Kleinstadt Beacon ausfindig machen. Er arbeitet in einem Bahnbetriebswerk, meldete sich aber krank, um am 6. Januar nach Washington zu reisen. Auch er gehört den rechtsextremen „Proud Boys“ an. Seine Waffen wurden beschlagnahmt. Er wurde mittlerweile entlassen. Im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol sind mehr als 150 Personen angeklagt worden.

Ausschreitungen in Washington: Rechtsextreme „Proud Boys“ stürmen das Kapitol für Donald Trump

Darüber hinaus wurde Fitnessstudio-Besitzerin aus Pennsylvania verhaftet. Dem FBI liegt ein Video vor, dass die 58-Jährige selbst im Kapitol aufgezeichnet hatte. „Wir haben nach Nancy [Pelosi] gesucht, um ihr in das verdammte Hirn zu schießen, aber wir haben sie nicht gefunden“, soll sie den Unterlagen der Ermittelnden zufolge gesagt haben.

Enrique Tarrio, Anführer der Proud Boys“, soll jahrelang ein Informant des FBI gewesen sein. Er selber behauptet allerdings, nichts davon zu wisse. Bei den Ausschreitungen im Kapitol war Tarrio allerdings nicht vor Ort. Wenige Tage zuvor hieß es, dass der Anführer der „Proud Boys“ festgenommen wurde. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © WIN MCNAMEE/AFP

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