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Nach Sturm auf US-Kapitol: Rechtsradikale „Proud Boys“ melden sich zurück

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Von: Erik Scharf

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Mitglieder der rechtsradikalen „Proud Boys“ zeigen in den Vereinigten Staaten wieder Präsenz.
Mitglieder der rechtsradikalen „Proud Boys“ zeigen in den Vereinigten Staaten wieder Präsenz. © Allison Dinner/Imago

Die rechtsradikale Gruppe „Proud Boys“ ist am Sturm auf das US-Kapitols beteiligt gewesen. Die Trump-Fans sind erstmals wieder öffentlich aufgetreten, stecken aber in der Krise.

Sandy/Washington - Nach dem Abschied von Donald Trump aus dem Weißen Haus ist es auch um seine stolzen Jungs ruhig geworden. In den vergangenen Wochen tauchten immer wieder Berichte über die Abspaltung einzelner Ortsverbände der „Proud Boys“ auf. Von den unzähligen laufenden Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der rechtsradikalen Organisation nach dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar ganz zu schweigen. Rund zwei Monate nach dem Ende der Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident haben sich die „Proud Boys“ nun erstmals wieder in der Öffentlichkeit positioniert.

Am Sonntag (21.03.2021) nahmen die „Proud Boys“ auf einer „Anti-Gay“-Veranstaltung einer Kirche in Sandy (Oregon) teil. In gelben und schwarzen Uniformen zeigten die Rechtsradikalen auf den Straßen der Kleinstadt Präsenz. Sandy liegt am östlichen Stadtrand von Portland, das tief im Westen der USA eigentlich als Hochburg der Linksalternativen gilt. In Oregon selbst sollen die „Proud Boys“ aber besonders aktiv sein, wie ein Beobachter der rechten Szene in den Vereinigten Staaten sagte.

„Proud Boys“ zeigen auf einer „Anti-Gay“-Veranstaltung Präsenz

Laut Berichten von „Daily Beast“ sollen viele Mitglieder der „Proud Boys“, die sich am Sonntag in Sandy unter die rund 100 Teilnehmer:innen mischten, auch beim Sturm des US-Kapitols beteiligt gewesen sein. Am 6. Januar drangen Anhänger:innen vom damals bereits abgewählten Donald Trump in das Regierungsgebäude der Vereinigten Staaten in Washington D.C. ein. Das Ziel: die förmliche Bestätigung des Wahlsieges von Joe Biden durch den Senat und das Repräsentantenhaus zu verhindern. Trump selbst stachelte seine Unterstützer:innen sogar noch weiter an. Fünf Menschen kamen bei diesem Angriff auf die Demokratie ums Leben, zahlreiche Personen wurden verletzt.

Russell Collier, Pastor der veranstaltenden Rivers of Living Water United Pentecostal Church, sagte auf Nachfrage eines US-Journals, dass er die „Proud Boys“ zwar nicht nach Sandy eingeladen habe, die Präsenz der rechtsradikalen Gruppe aber zu schätzen wisse. Auslöser für die Veranstaltung soll wohl ein an der Kirche aufgehängtes LGBT-Banner gewesen sein. Vor der Kirche sollen zeitgleich Menschen eine Gegenveranstaltung unter dem Motto „Have a gay day“ abgehalten haben. Dabei seien sie laut Berichten von „Daily Beast“ von Mitgliedern der „Proud Boys“ beleidigt worden.

NameProud Boys
LeiterEnrique Tarrio
GründerGavin McInnes
Gründung2016

„Proud Boys“ in den USA: Demo gegen Corona-Maßnahmen in North Carolina

Auch in Raleigh (North Carolina) tauchen am Sonntag (23.03.2021) „Proud Boys“ auf einer Veranstaltung einer anderen rechtsradikalen Organisation auf. Hier beteiligten sich die Anhänger von Donald Trump an einer Demonstration gegen die Einschränkungen durch das Coronavirus. Dabei ist North Carolina derzeit weit von einem Corona-Lockdown entfernt, sogar Sportveranstaltungen in geschlossenen Hallen sind derzeit erlaubt. So dürfen beispielsweise die Carolina Hurricanes aus der Eishockey-Profiliga NHL wieder vor Zuschauern spielen.

Auch aus der Ortsgruppe der „Proud Boys“ in North Carolina waren Mitglieder beim Sturm auf das US-Kapitol dabei. Charles Donohoe, Chef des Verbandes in North Carolina, wurde wegen seiner Beteiligung an den Angriffen laut übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch (17.03.2021) verhaftet. Dazu kommt, dass in der Vergangenheit immer mehr Ortsgruppen sich von der nationalen Organisation der „Proud Boys“ abgesplittert haben sollen, wie „Daily Beast“ berichtet. Hintergrund soll die Entlarvung des hochrangigen „Proud Boy“ Enrique Tarrio, der erst mit schockierenden Aussagen im TV auf sich aufmerksam machte, als Informant der Regierung gewesen sein.

„Proud Boys“ bei weiteren Veranstaltungen in den USA erwartet

In den kommenden Tagen sind erneut Veranstaltungen von rechtsradikalen Organisationen in Oregon und Pennsylvania geplant, wie der Nachrichtensender „CNN“ berichtet. Es wird jeweils auch mit Präsenz von den „Proud Boys“ gerechnet. Welche Gefahr von den Unterstützer:innen von Donald Trump künftig ausgeht, ist schwer abzuschätzen. Hinzu kommt, dass sich die „Proud Boys“ derzeit offenbar vermehrt unter andere rechtsradikale Organisationen mischen. (esa)

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