+
Großdemo für mehr Klimaschutz.

Klimaschutz

Proteste prägen EU-Wahlkampf

  • schließen

Die „Fridays for Future“-Demos sollen an diesem Freitag besonders groß werden.

Freitag für Freitag hat Luisa Neubauer in den vergangenen Monaten demonstriert, sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den Klimaprotesten von „Fridays for Future“ in Deutschland. Für diesen Freitag rechnet sie mit Großem. „Das wird gigantisch“, sagt sie. Mehr Länder und mehr Städte als jemals zuvor sollten am globalen Protesttag teilnehmen; das Netzwerk listet mehr als 1600 Städte in 119 Staaten auf.

Die „Fridays for Future“-Bewegung dürfte maßgeblichen Anteil daran haben, dass der Klimaschutz zum dominierenden Thema dieser Europawahl geworden ist, zumindest in Deutschland. Beim ARD-Europatrend gab das Gros der Befragten vor wenigen Tagen an, dass Umwelt- und Klimaschutz für ihre Wahlentscheidung am wichtigsten seien. Warnungen von Wissenschaftlern vor den Folgen zunehmender Erderwärmung oder der Vermüllung der Meere lassen viele nicht unbeeindruckt – allen voran junge Menschen. Was wiederum in die Politik hineinwirkt.

Die Schülerproteste tragen bei CSU und CDU zu einer neuen Nachdenklichkeit bei. „Die ,Fridays-for-Future‘-Bewegung zeigt, dass das Thema Klimawandel in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Deshalb ist es auch ein beherrschendes Thema im Europawahlkampf“, sagt Anja Weisgerber (CSU), Umweltpolitikerin der Unionsfraktion. Sie strebe „die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie in der Klimapolitik“ an, unter Berücksichtigung sozialer und ökonomischer Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen. „Nur so erhalten wir die notwendige Akzeptanz der Menschen“, sagt Weisgerber.

Die Grünen, deren Markenkern ja der Klimaschutz ist, dürften vom hohen Stellenwert des Themas bei dieser Europawahl erheblich profitieren. Da verwundert es nicht, dass Grünen-Chefin Annalena Baerbock den Klimaaktivisten gern mehr politisches Gewicht geben würde. Sie fordert eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. „Seit einem halben Jahr gehen Kinder und Jugendliche jeden Freitag auf die Straße und rufen den Politikerinnen und Politikern zu: Macht was für den Klimaschutz, hinterlasst uns eine Welt, in der wir noch eine Zukunft haben“, sagt Baerbock. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie politisch die Jugend ist – auf der Straße, im Netz, in Debatten“, betont die Grünen-Bundestagsabgeordnete. „Ihnen fehlt die politische Stimme. Es ist an der Zeit, das Wahlalter auf 16 zu senken“, fordert Baerbock. Die Zustimmung der Klimaaktivisten, die heute protestieren wollen, dürfte Baerbock gewiss sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion