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Proteste im Iran: Erneut Feuer auf Demonstrierende eröffnet - Mehr als 200 Tote

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Von: Katja Thorwarth

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Seit September protestieren die Menschen im Iran gegen die Regierung.
Seit September protestieren die Menschen im Iran gegen die Regierung. © Uncredited/dpa/AP

Nach wie vor gehen die Menschen im Iran gegen die Regierung auf die Straße. Jetzt fordert die Opposition Neuwahlen.

Teheran - Die Proteste im Iran reißen nicht ab. Auch am Sonntag protestierten wieder zahlreiche Menschen gegen die Regierung, wobei Menschenrechtsorganisationen zufolge die Proteste vor allem in den kurdischen Gebieten sowie an den Universitäten stattfanden. Im kurdischen Mariwan eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer und verletzten 35 Menschen, wie die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Oslo mitteilte. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden. 

Demonstranten bewarfen das Verwaltungsgebäude von Mariwan mit Steinen und verbrannten die Flagge der Islamischen Republik. Auch marschierten Frauen ohne Kopftuch durch die Straßen, doch als die Nacht hereinbrach, „hallten Schüsse durch die Stadt“, erklärte Hengaw.

Jüngste Proteste im Iran: Tod der kurdischen Studentin Nasrin Ghadri Ursache

Die jüngsten Proteste in der Region folgten auf den Tod der kurdischen Studentin Nasrin Ghadri, die aus Mariwan stammte und nach Angaben von Hengaw am Samstag in Teheran starb, nachdem sie von der Polizei auf den Kopf geschlagen worden war. Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zur Todesursache. 

Die ebenfalls in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR) berichtete, dass Student:innen der Scharif-Universität in Teheran am Sonntag Sitzstreiks veranstalteten, um gegen die Verhaftung von Kommilitonen zu protestieren. Studierende der Universität in Babol im Norden des Iran entfernten indes Barrieren in der Cafeteria, die den Raum in zwei nach Geschlechtern getrennte Bereiche teilte, berichtete IHR weiter.

Opposition im Iran fordert Neuwahlen

Derweil fordert Irans Oppositionspartei Ettehad Mellat (Volksunion) Neuwahlen, um die Proteste friedlich zu beenden. „Der Mangel an politischer Legitimität (der jetzigen Regierung) ist die größte Bedrohung für die nationale Sicherheit, daher gibt es keinen anderen Weg als freie Neuwahlen und Stärkung des Rechtsstaatsprinzips“, twitterte die Generalsekretärin der Partei, Asar Mansuri, am Montag. Das System sollte „die Wurzeln“ der Proteste begreifen und nicht mit irrelevanten Ausreden versuchen, die zu vertuschen, so die Reformpolitikerin. 

Mehr als 200 Tote bei Protesten im Iran

Die Proteste im Iran waren durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini im September ausgelöst worden, die wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung von der Sittenpolizei festgenommen wurde. Aktivisten werfen den Behörden vor, Amini misshandelt zu haben.

Menschenrechtsorganisationen zufolge sind seit Beginn der Proteste bereits mehr als 200 Menschen getötet worden. (ktho/afp/dpa)

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