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In Kairo demonstrieren Hunderte gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel.

Jerusalem-Entscheidung

Proteste gegen USA und Israel

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In der islamischen Welt protestieren Tausende. Insbesondere aus dem Iran und von Al-Kaida kommen Drohungen.

Zorn und Empörung in der islamischen Welt über die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump haben sich am Freitag in zahlreichen Städten des Nahen Ostens Luft verschafft. In Ägypten, Jordanien, Irak und Tunesien, aber auch in der Türkei und im Iran gingen Abertausende Menschen nach den Freitagsgebeten auf die Straßen, ohne dass es zu größeren Zwischenfällen oder Ausschreitungen kam.

In den Golfstaaten dagegen blieb die Bevölkerung weitgehend desinteressiert. Lediglich im kriegsgeschüttelten Jemen kam es in der Hauptstadt Sanaa zu einer Protestkundgebung, nachdem das Weiße Haus am Vortag erstmals seit der Existenz Israels Jerusalem als Hauptstadt des jüdischen Staates anerkannt hatte.

In New York trat am Freitag der UN-Sicherheitsrat zusammen, um das umstrittene Vorgehen der Trump-Administration zu diskutieren, welches rund um den Globus nahezu einhellig verurteilt wird.

In den meisten arabischen Staaten sowie im Iran sind Demonstrationen der Bevölkerung normalerweise verboten und werden hart bestraft, vor allem wenn sie sich gegen Missstände im eigenen Land richten. In Kairo vor der Al-Azhar-Moschee, deren Umgebung von Bereitschaftspolizei abgeriegelt war, riefen Hunderte Demonstranten Slogans gegen die USA, vereinzelt aber auch gegen das Regime von Abdel Fattah al-Sisi. Zuvor bereits waren in der ägyptischen Hauptstadt mehrere Menschen festgenommen worden, die vor dem Gebäude der Journalisten-Gewerkschaft protestiert hatten. Ein Berater des Al-Azhar-Chefs Ahmed al-Tayyeb, der nach dem Freitagsgottesdienst mit den Demonstranten diskutierte, erklärte, Israel sei gar kein Staat, sondern „ein koloniales Gebilde“.

„Tod für Amerika“ und „Tod für Israel“

In Jordaniens Hauptstadt zog eine Menge mit palästinensischen Fahnen durch die Innenstadt und verbrannt Trump-Poster. Auch in Bagdad und Tunis kam es zu größeren Kundgebungen.

In mehreren iranischen Städten skandierten Menschen „Tod für Amerika“ und „Tod für Israel“. In Teheran forderte der ultrakonservative Freitagsprediger Ahmad Katami, der 2009 eine Schlüsselrolle bei der blutigen Unterdrückung der Grünen Reformbewegung spielte, die Palästinenser auf, eine neue Intifada auszurufen und gegen das „Besatzungsregime“ zu rebellieren. Iran habe Raketen, die Israel erreichen könnten, drohte der Kleriker in seiner Predigt. „Wenn das zionistische Regime eines Tages einen Fehler begehen sollte, werden wir Tel Aviv und Haifa dem Erdboden gleichmachen.“

Das Terrornetzwerk Al-Kaida nannte die Vereinigten Staaten auf einem ihrer Internetportale „den Pharao der Gegenwart“ und forderte seine Anhänger auf, überall wo möglich die USA und seine Verbündeten, „die Zionisten“ und „die Kreuzfahrer“, anzugreifen.

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