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In Newe Dekalim, der größten Siedlung im Gaza-Streifen, versuchten militante Abzugsgegner mit Gewalt, die Zufahrt für Umzugslaster weiter zu blockieren.

Protest in Gaza eskaliert

Israels Armee geht härter gegen Abzugsgegner vor

Jerusalem · In Newe Dekalim, der größten Siedlung des Gazastreifens, wehrten sich radikale Demonstranten mit Händen und Füßen gegen Soldaten, die das verbarrikadierte Eingangstor mit Gewalt öffneten und die Zufahrtstraße unter großem Personeneinsatz für Umzugslaster freihielten. Die Abzugsgegner entzündeten Müllberge und bewarfen die Truppen mit Steinen.

Die Polizei nahm dort nach eigenen Angaben 47 Personen fest. Polizeikommandeur Meir Ben Jischai sagte, Widerstand gegen die Räumung der Siedlung werde nicht länger geduldet. Jeder Demonstrant sei illegal, die Sicherheitskräfte hätten volle Handlungsfreiheit.

Bereits am Morgen hatte die Armee angekündigt, anders als am Vortag keine Aktionen mehr zu tolerieren, die Menschen daran hinderten, freiwillig zu gehen. In der Nacht zum Dienstag hatte die Polizei zudem 500 Personen festgenommen, die sich illegal im Gaza-Streifen aufhielten. Dutzende weitere seien beim Versuch aufgehalten worden, in das Gebiet einzudringen, sagte ein Sprecher.

In vielen Siedlungen folgten mehr und mehr Familien der ultimativen Aufforderung der Regierung und verließen ihre Häuser - oftmals unter Tränen und unter militärischem Begleitschutz. Verteidigungsminister Schaul Mofas zeigte sich zuversichtlich, dass vor Ablauf der Räumungsfrist um Mitternacht (von Dienstag auf den heutigen Mittwoch) mindestens die Hälfte der 8500 jüdischen Siedler ihre Häuser im Gaza-Streifen verlassen haben würde. Drei Gaza-Siedlungen und zwei im Westjordanland waren am Mittag menschenleer.

Verteidigungsminister Mofas kündigte an, Armee und Polizei würden vom heutigen Mittwoch an "mit harter Hand" gegen jeden vorgehen, der den Abzug vereiteln wolle. dpa/ap/rtr/geg

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