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Prostituierte
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Bordelle sind in Deutschland legal. Nach Ansicht der Frauen-Union der CDU soll sich das allerdings ändern. (Symbolbild)

Vor Bundestagswahl

„Erniedrigt, gedemütigt, entwürdigt“: CDU-Frauen fordern Prostitutions-Verbot

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Prostitution soll es nicht mehr geben: Die Frauen-Union der CDU will ein Verbot in Deutschland.

Berlin – Die Frauen-Union innerhalb der CDU hat sich vor der Bundestagswahl 2021 für ein Verbot der Prostitution in Deutschland sowie gesundheitliche und psychologische Betreuung für alle Aussteigerinnen ausgesprochen. FU-Chefin Annette Widmann-Mauz sagte dies eindringlich in einem Interview.

In den meisten Fällen seien Frauen nicht freiwillig Prostituierte, sagte Widmann-Mauz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „In Wahrheit bildet die angemeldete Prostitution nur einen Bruchteil der realen Verhältnisse ab“, so die CDU-Politikerin, die auch Integrationsstaatsministerin der Bundesregierung ist. „Und auch dort werden Frauen erniedrigt, gedemütigt, entwürdigt – und das ist durch ein Gesetz auch noch rechtlich abgesichert“, beklagte Widmann-Mauz.

Frauen-Union der CDU will Prostitutions-Verbot: „Körper – und die Seele – der Frau nicht käuflich“

In einem ersten Schritt solle käuflicher Geschlechtsverkehr von Schwangeren und Frauen unter 21 Jahren verboten werden. Dafür solle die Bestrafung der Freier erweitert werden. Auf die Frage, warum aus Sicht der CDU-Frauen über Zwangsprostitution hinaus perspektivisch generell jede Prostitution verboten werden solle, sagte Widmann-Mauz: „Die Frage ist doch, ob der Staat die Würde der Frau und ihr Intimstes zur legalen Ware macht. Oder ob klar sein muss, dass der Körper – und die Seele – der Frau nicht käuflich ist.“

Widmann-Mauz will Frauen auf dem Weg aus der Prostitution deutlich besser unterstützen, als dies heute der Fall ist. „Viele Frauen sind schwer traumatisiert und benötigen zunächst gesundheitliche und psychologische Betreuung“, sagte die 55-Jährige. Manche Prostituierte seien auch drogenabhängig. „Es braucht daher sehr individuelle Konzepte und Angebote für neue berufliche Perspektiven.“

CDU: Frauen-Union fordert Verbot der Prostitution – Deutschland hat eines der liberalsten Gesetze

Am Samstag (28.08.2021) beschäftigt sich der digitale Bundesdelegiertentag der Frauen-Union in einem Leitantrag mit dem Thema. Nach Informationen des RND soll dabei auch CDU-Bundeskanzlerkandidat Armin Laschet eine Rede halten.

In Deutschland ist Prostitution legal, es gibt allerdings strafrechtliche Regelungen gegen Zwangsprostitution. Die Bundesrepublik hat eines der liberalsten Gesetze innerhalb der Europäischen Union – seit 2002 gilt käuflicher Geschlechtsverkehr nicht mehr als sittenwidrig. Immer wieder wird über ein Verbot diskutiert, im Fokus der Debatten stehen meist Zwangsprostitution und Menschenhandel.

Die Zahl der in Deutschland angemeldeten Prostituierten sank in der Corona-Pandemie um mehr als ein Drittel. Laut Statistischem Bundesamt waren Ende 2020 bei den Behörden in Deutschland rund 24.900 Prostituierte gültig angemeldet, 38 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein Fünftel von ihnen hatte die deutsche Staatsangehörigkeit, mehr als ein Drittel (35 Prozent) die rumänische und etwa ein Zehntel (11 Prozent) die bulgarische. (tvd/AFP/dpa)

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