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Russische Propaganda läuft wie geschmiert – trotz schwerer Verluste

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Von: Tobias Utz

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Im Ukraine-Krieg sterben täglich Soldaten, auf beiden Seiten. In Russland will man davon weiterhin nichts wissen.

Moskau – Vor 101 Tagen begann die russische Invasion in der Ukraine. Internationale Beobachterinnen und Beobachter sprechen allerdings bereits seit dem Jahr 2014 vom Ukraine-Konflikt: Damals wurde die Halbinsel Krim illegal annektiert.

Im Ukraine-Krieg, welcher die Invasion meint, kommt es seitdem zu enormen Verlusten – mutmaßlich für beide Kriegsparteien, der Ukraine und Russland. Während die Zahl der gefallenen Soldaten und zerstörten Panzern bei den ukrainischen Streitkräften weitestgehend unbekannt ist, da kaum Daten dazu veröffentlicht werden, ist die Datenlage auf russischer Seite eindeutiger. Der ukrainische Generalstab veröffentlicht nahezu täglich neue Statistiken zu den schweren Verlusten. Zuletzt hieß es am Donnerstag (2. Juni), dass mittlerweile 30.850 russische Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen seien. Zudem wurden demnach 1361 Panzer, 208 Flugzeuge, 175 Helikopter und mehr als 3000 weitere Militärfahrzeuge bereits zerstört.

Ukraine-News: Schwere Verluste für Russland? Politiker weiß von nichts

Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. Allerdings stehen die Daten im Kontrast zu den Angaben aus dem Kreml. Vor circa einem Monat hieß es in Moskau, dass lediglich rund 2000 Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen seien. Seitdem: Funkstille zu dieser Thematik. Die Nato geht derweil von einer weit höheren Zahl an gefallenen Soldaten aus. Einer Schätzung aus dem April zufolge soll diese rund zehnmal höher sein.

Britisches Verteidigungsministerium zu Russlands Verlusten

Das britische Verteidigungsministerium berichtete kürzlich mit Verweis auf Informationen des britischen Geheimdienstes, dass bislang rund 15.000 russische Soldaten gefallen seien. Dabei handelt es sich um die einzige mutmaßlich unabhängige Angabe. Im neuesten Bericht des Ministeriums war von „verheerenden Verlusten“ Russlands zu lesen.

Nun hat der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Andrei Walerjewitsch Kartapolow, neue Einblicke in das Kriegsverständnis des Kreml gewährt. Es gebe schlichtweg keinen Grund eine Statistik zu führen, schließlich gebe es keine Verluste im russischen Militär. Das berichtet das Exil-Medium Nexta, das aufgrund von Repressionen mittlerweile in Riga (Lettland) sitzt.

Ukraine-Krieg
Ein zerstörter Panzer der russischen Armee, fotografiert nahe der Stadt Buzova bei Kiew. © Ondrej Deml / Imago Images

Lediglich eine Äußerung zu den Verlusten der Armee gab es – und zwar vom Präsidenten persönlich: Wladimir Putin räumte diese in seiner Rede am 9. Mai, dem „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland, ein. Allerdings nannte er keine konkrete Zahl an gefallenen Soldaten oder zerstörten Panzern. Er versprach den betroffenen Familien Unterstützung. Es werde alles getan, „um den Angehörigen Fürsorge zukommen zu lassen und ihnen zu helfen“, so Putin in seiner Ansprache. Er habe bereits ein entsprechendes Dekret unterzeichnet.

(tu)

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