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Anhörung in New York

Prinz Andrew: Entscheidung über Klage wegen sexuellem Missbrauch steht kurz bevor

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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Noch hat der Richter nicht entschieden, ob gegen Prinz Andrew Klage erhoben wird. Rechtsexpert:innen sehen die Chancen aber gut.

New York - Ein Gericht in New York hat keine sofortige Entscheidung über die Fortsetzung der Missbrauchsklage gegen den britischen Prinzen Andrew getroffen. Die jüngste Anhörung in dem Fall zwischen Virginia Giuffre und Prinz Andrew sei aber ein „schrecklicher Tag“ für den Herzog gewesen, analysierten laut Independent verschiedene Expert:innen das Geschehen.

Nach einer hitzigen Anhörung am Dienstag (04.01.2022) versprach Richter Lewis Kaplan, der über das Gesuch von Prinz Andrew entscheidet, die Klage von Virginia Giuffre abzuweisen, „sehr bald“ ein Urteil zu erlassen.

Vereinbarung von 2009 soll Prinz Andrew vor Klage schützen

In dem Verfahren wirft die Klägerin Virginia Giuffre Prinz Andrew, dem Sohn der britischen Queen Elizabeth II. vor, sie als 17-Jährige nach einer Vermittlung durch den inzwischen im Gefängnis verstorbenen US-Multimillionär Jeffey Epstein sexuell missbraucht zu haben. Andrew streitet die Vorwürfe ab und behauptet, Giuffre sei lediglich auf einen „Zahltag auf seine Kosten“ aus.

Prinz Andrew, Herzog von York. (Archivbild)

Am Dienstag besprachen die Anwält:innen der beiden Parteien in einer Telefonkonferenz mit Richter Kaplan, ob ein tags zuvor veröffentlichter Vergleich aus dem Jahr 2009 zu einer sofortigen Beilegung des Verfahrens führen sollte. Giuffre hatte darin mit Epstein vereinbart, keine weiteren Anschuldigungen gegen „potenzielle Angeklagte“ im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Epstein vorzunehmen. Im Gegenzug erhielt Giuffre 500.000 Dollar.

Während der Anhörung am Dienstag argumentierten die Anwälte von Prinz Andrew, dass die von Epstein und Giuffre unterzeichnete Vereinbarung den Herzog schützt und ein Grund für die Abweisung ihrer aktuellen Klage gegen ihn sein sollte. Richter Kaplan stellte einige harte Nachfragen und die Argumentation generell in Frage.

Anklage gegen Prinz Andrew wird wahrscheinlicher

Der britische BBC-Korrespondent Nicholas Witchell, sagte, Prinz Andrew befinde sich nach der Anhörung am Dienstag in einer „schwierigen Situation“, selbst wenn der Fall abgewiesen wird. Er fügte aber auch hinzu, dass es „unwahrscheinlich“ sei, dass der Fall von Richter Lewis Kaplan abgewiesen wird.

„Selbst wenn der Fall abgewiesen wird, bedeutet dies, dass er sich nicht in einer vollständigen Anhörung vor Gericht geklärt hätte. Es würde Prinz Andrew in eine Position bringen, in der viele Leute das Gefühl hätten, er sei aus formellen Grünen da rausgekommen“, sagte Witchell gegenüber BBC Breakfast.

Anwältin optismistisch, das Prinz Andrew vor Gericht muss

Lisa Bloom, eine US-Anwältin, die früher den Sexualstraftäter Harvey Weinstein beriet, sagte, die Anhörung sähe für den Fall von Giuffre „sehr gut“ aus. „Andrew möchte, dass der Fall aus formellen Gründen verworfen wird. Richter Kaplan stellte die Verteidigung diesbezüglich aggressiv in Frage und schien dazu nicht bereit zu sein. Ich bin optimistisch, dass Virginia ihren Tag vor Gericht bekommt“, schrieb Bloom nach der Anhörung auf Twitter.

Bloom fügte außerdem hinzu, dass sie „schockiert“ sei, dass die Rechtsabteilung des Prinzen wollte, dass der Richter sagte, dass das New Yorker Gesetz, das Opfern von sexuellem Missbrauch von Kindern mehr Zeit für die Klagen gibt, verfassungswidrig ist - ein Schritt, der vielen Opfern den Zugang zur Justiz versperren würde. (Sonja Thomaser)

Rubriklistenbild: © Neil Hall/dpa

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