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Präsidentschaftswahl in Frankreich: Marine Le Pen startet ihren letzten Versuch

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Von: Sonja Thomaser

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Marine Le Pen (2.v.r.), extrem rechte Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National (RN), winkt bei ihrer Ankunft bei einer Wahlkampfveranstaltung.
Marine Le Pen (2.v.r.), extrem rechte Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National (RN), winkt bei ihrer Ankunft bei einer Wahlkampfveranstaltung. © Francois Lo Presti/dpa

Die Umfragen zur Präsidentschaftswahl in Frankreich sehen Emmanuel Macron und Marine Le Pen in eine Stichwahl ziehen. Für die Rechtspopulistin soll es das letzte Mal sein.

Paris - Die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 ist noch nicht mal abgehalten, da spekuliert die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen schon über eine erneute Kandidatur im Jahr 2027.

In einem Interview mit der Wochenzeitung Journal du Dimanche sagte Le Pen: „Zum jetzigen Zeitpunkt denke ich nicht, dass ich dann kandidieren werde. Ich werde aber weiterhin das tun, was ich seit Jahren getan habe und mich für das französische Volk einsetzen. Ich weiß zwar noch nicht, in welcher Rolle, aber in einer, in der ich am nützlichsten sein werde.“

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Déjà-vu für Marine Le Pen

Dass sich die Parteichefin des Rassemblement National diese Gedanken macht, ist im Hinblick auf die Umfrageergebnisse durchaus nachvollziehbar. Zwar sehen die Umfragen den amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron und Le Pen nach der ersten Wahlrunde am 10. April in eine Stichwahl ziehen, Macron liegt aber klar vorne.

Wenn die Rechtspopulistin in die Stichwahl kommt, wird es für sie ein Déjà-vu. Jahrelang hat Le Pen versucht, sich vom rechtsextremen Erbe ihres Vaters zu distanzieren und die Partei salonfähig zu machen. Heute zieht sie vor allem Globalisierungsverlierer und Geringverdiener an. Einen Teil ihrer rechtsradikalen Wählerschaft hat sie an den Politik-Neuling Eric Zemmour verloren, zu dem auch ihre Nichte und Konkurrentin Marion Maréchal übergelaufen ist.

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Geringe Wahlbeteiligung vorausgesagt

Meinungsforschende rechnen mit einer Wahlbeteiligung von etwa 70 Prozent, deutlich weniger als bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen. Als Gründe gelten eine allgemeine Politikverdrossenheit und der Eindruck, das Ergebnis stehe ohnehin fest.

Derzeit liegt Macron in den Umfragen in Frankreich für die erste Wahlrunde am 10. April klar vorne. Hinzu kommt, dass die Stichwahl am 24. April mitten in die Frühlingsferien fällt. Nach der Wahl wird es auch darum gehen, den Kontakt zu den Nicht-Wähler:innen zu suchen.

Frankreich: Viele Großbaustellen

Auffällig ist auch, dass Kandidat:innen mit extremen Ansichten viel Zulauf haben, sei es im linken oder rechten Spektrum. Le Pen, der Rechtsextremist Eric Zemmour und der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon kommen gemeinsam auf deutlich über 40 Prozent. Falls Macron die Wahl gewinnt, muss er damit klar kommen, dass knapp die Hälfte der Wähler wesentlich radikalere Ansichten in die eine oder andere Richtung vertritt.

Für die Amtszeit des nächsten französischen Staatsoberhaupts zeichnen sich schwierige Entscheidungen und Krisen ab. Schon in den vergangenen Jahren hatte Präsident Emmanuel Macron die Massenproteste der „Gelbwesten“ und die Corona-Pandemie bewältigen müssen. Nun erwarten ihn oder seine Nachfolgerin eine ganze Reihe neuer Großbaustellen. (sot mit afp)

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