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Präsident Putin will "Terroristen vernichten"

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MOSKAU, 7. Juli. Russlands Präsident Wladimir Putin will seine Politik in Tschetschenien nach dem Terroranschlag auf ein Moskauer Freiluft-Konzert nicht

Von Florian Hassel

MOSKAU, 7. Juli. Russlands Präsident Wladimir Putin will seine Politik in Tschetschenien nach dem Terroranschlag auf ein Moskauer Freiluft-Konzert nicht ändern. Die tschetschenischen Rebellen seien Teil eines "internationalen terroristischen Netzes, möglicherweise sogar sein gefährlichster Teil", sagte Putin am Montag. "Man muss sie aus ihren Kellern und Höhlen holen, wo sie sich bis jetzt verstecken, und vernichten", sagte Putin. "Kein Staat der Welt kommt Terroristen entgegen." Beweise dafür, dass die Selbstmordattentäterinnen vom Wochenende Verbindungen zu "internationalen Terroristen" hatten, nannte Putin nicht. Die Rebellen wollten mit ihren Terroranschlägen den "Prozess der politischen Regulierung" zum Scheitern bringen, sagte der Präsident.

Am Freitag voriger Woche hatte Putin Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien für den 5. Oktober festgesetzt. Als Favorit gilt Achmed Kadyrow, das von Putin eingesetzte Oberhaupt Tschetscheniens. Putin fügte hinzu, die Handlungen der russischen Sicherheitskräfte in Tschetschenien müssten "genau und ausgewählt" sein. Die Aktionen von Armee, Geheimdienst und Polizei dürften "keinesfalls die friedliche Bevölkerung treffen".

Faktisch gehen aber in Tschetschenien Menschenrechtsverletzungen durch Todesschwadronen der russischen Geheimdienste FSB und GRU sowie durch die "Leibwache" von Kadyrow weiter. In ihrer am Montag veröffentlichten Monatschronik beschreibt die Menschenrechtsorganisation "Memorial" allein für den Juni Dutzende von Festnahmen, Folter, Mord oder Verschwindenlassen durch russische oder moskautreue tschetschenische Einheiten. Auch Flüchtlingslager und Dörfer in Inguschetien, wo aus Angst vor der Willkür in ihrer Heimat immer noch über 100 000 Flüchtlinge aus Tschetschenien leben, sind nach einem ebenfalls von "Memorial" veröffentlichten Bericht mittlerweile Schauplatz schwerer Menschenrechtsverletzungen. In nur zwei Wochen wurden danach acht Tschetschenen gekidnappt, elf festgenommen und mehrere gefoltert.

In Moskau ist am Montag Polizeiangaben zufolge mindestens ein Mensch bei einer erneuten Explosion getötet worden. Im Süden der Stadt hätten Arbeiter drei Handgranaten entdeckt. Eine der Granaten sei dann detoniert und habe einen der Arbeiter getötet.

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