Venezuela

Präsident Maduro bietet Wahlen an

Die schwere Krise in Venezuela treibt täglich tausende Bewohner ins Ausland.

Im Machtkampf in Venezuela hat sich Präsident Nicolás Maduro für vorgezogene Parlamentswahlen ausgesprochen. „Nehmen wir die Herausforderung an, uns vorgezogenen Wahlen zur Nationalversammlung zu stellen, damit wir mit Stimmen zeigen, wer den Rückhalt des Volkes genießt“, schrieb Maduro am Montag (Ortszeit) auf Twitter. Einen möglichen Termin nannte er nicht. Oppositionsführer Juan Guaidó sprach von einer „Farce“.

Die regierungstreue verfassunggebende Versammlung verlängerte unterdessen ihr Mandat um 18 Monate. Die Amtszeit des Gremiums, das faktisch das von der Opposition kontrollierte Parlament ersetzt, laufe nun bis Ende 2020, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Dekret. Die verfassunggebende Versammlung hatte im August 2017 ihre Arbeit aufgenommen. Sie sollte eigentlich binnen zwei Jahren eine neue Verfassung ausarbeiten. Bislang wurde aber keine entsprechende Vorlage öffentlich gemacht.

Laut den Vereinten Nationen treibt die schwere Krise in Venezuela immer mehr Menschen ins Ausland. Jeden Tag fliehen 3000 bis 5000 Venezolaner über die Grenzen, wie die Sprecherin des Hilfswerks UNHCR, Liz Throssell, am Dienstag in Genf sagte. Insgesamt hätten in den vergangenen Jahren mehr als 3,7 Millionen Menschen das Land verlassen. Kolumbien hat den Angaben zufolge die meisten Venezolaner aufgenommen. (afp/dpa/epd)

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