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Jens Spahn selbst stimmte damals im Parlament für ein totales Verbot.

Präimplantationsdiagnostik

Union stoppt Spahns PID-Pläne

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Jens Spahn wollte die umstrittene Präimplantationsdiagnostik von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlen lassen. Daraus wird nichts.

Die Gesundheitspolitiker der Unions-Bundestagsfraktion haben die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beerdigt, die ethisch umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) künftig von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlen zu lassen. „Wir werden das stoppen und das Thema neu beraten“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Georg Nüßlein (CSU) am Dienstag.

Bei der PID werden außerhalb des Körpers erzeugte Embryonen vor ihrer Implantation auf genetische Defekte untersucht. Kranke Embryonen werden aussortiert. Nach jahrelangen Debatten hatte der Bundestag 2011 ein Gesetz verabschiedet, das die ethisch umstrittene Methode zwar grundsätzlich verbietet, unter engen Voraussetzungen aber zulässt. Erlaubt ist sie nur Paaren, bei denen beide eine Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder das Risiko einer Tot- oder Fehlgeburt sehr hoch ist. Es entscheiden eigens eingerichtete Ethikkommissionen.

Um die Bundestagsentscheidung hatte es heftige Kontroversen gegeben. Auch Spahn selbst stimmte damals im Parlament für ein totales Verbot. Die Gegner einer Liberalisierung hatten kritisiert, die PID führe zur Diskriminierung Behinderter und ebne den Weg zur Erschaffung von „Designer-Babys“. Die Verordnung zur Anwendung ist seit Februar 2014 in Kraft. Seitdem können Paare in Deutschland die Diagnose nutzen. Sie müssen die Kosten von bis zu 20.000 Euro selbst zahlen.

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