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Syrische Frauen in einem Flüchtlingslager in der Türkei.
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Syrische Frauen in einem Flüchtlingslager in der Türkei.

Klima

Powerbank für den Klimaschutz

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Frauen sind häufiger als Männer Opfer der Treibhaus-Krise. Ihre Lösungen sind zunehmend gefragt.

Lucie Gamond-Rius ist eine französische Klimaaktivistin. Sie hat in Paris und Bogota studiert, als Integrationshelferin mit Flüchtlingen in Frankreich gearbeitet, war Entwicklungshelferin im Kongo. Ausgezeichnet wurde sie jetzt aber auf dem Glasgower Klimagipfel als Mitgründerin des Start-ups „Imece“, das in der Türkei mit Flüchtlingsfrauen aus Syrien arbeitet. Die Firma (Slogan: Energy for Everyone) veranstaltet Schulungen, in denen die Migrantinnen lernen, wie sie kleine, tragbare solarbetriebene Akkus bauen können, die speziell auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen zugeschnitten sind. Die „Powerbanks“ machen unabhängig vom Netz. Sie sind mit hellen LED-Lampen ausgerüstet, die nachts überall Licht geben und auch ein SOS-Signal „funken“ können, zudem ermöglichen sie das Aufladen von Handys.

Die Französin hat den „Gender Just Climate Solutions Award“ (Preis für geschlechtergerechte Klimalösungen) erhalten, zusammen mit zwei Frauen aus Argentinien und Guatemala. Ausgezeichnet wurden diese für die Schaffung eines Netzwerks von Umweltschützerinnen in drei südamerikanischen Ländern respektive für Aktionen zur Bewahrung indigenen Wissens und zum Schutz lokaler Natur-Ressourcen.

Die Preise wurden nun schon zum sechsten Mal vergeben. Ziel ist es dabei, Umweltschützerinnen aus der ganzen Welt zu vernetzen, die sich im Kampf gegen die Klimakrise für die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen einsetzen. Das Thema „Klima und Frauen“ hat den Glasgow-Gipfel schon mehrfach beschäftigt. Am Dienstag wurde hier sogar der „COP26 Gender Day“ begangen. Einerseits ein Weg, das unterbelichtete Thema nach vorne zu bringen. Anderseits natürlich ein trauriges Zeichen dafür, wie männerdominiert der Klimaschutz noch ist – genauso wie die Klimazerstörung. Angefangen von den Staats- und Regierungschefs der mächtigen G20-Länder mit ihrem globalen 80-Prozent-Emissionsanteil, unter denen Angela Merkel die einzige Frau (noch) ist.

Passend dazu hat die internationale Entwicklungshilfeorganisation „Christian Aid“ jetzt einen neuen Bericht zu Klima und Gender veröffentlicht. Darin wird deutlich, dass Frauen unverhältnismäßig stark vom Klimawandel betroffen sind. Die NGO ruft aber auch auf, die „Stärken, das Wissen und die Fähigkeiten“ von Frauen besser zu nutzen, um Lösungen für die Klimakrise zu finden.

In dem Report „Frauen an der Frontlinie: Die Erde heilen, Gerechtigkeit suchen“ wird das Problem anhand von mehreren Länderstudien untersucht, unter anderem zu Kenia. Sadia Isacko, eine Aktivistin, die mit Frauengruppen in der Region Marsabit County arbeitet, berichtet über die Klimakrise: „Marsabit County war nicht immer so. Ja, es war trocken, aber nicht so schlimm.“ Vor allem für Frauen erschwere das die Lage. „Grundlegende Ressourcen wie Wasser, Weideland für unser Vieh und Brennholz haben weiter abgenommen, obwohl die Frauen diese Dinge für ihr tägliches Leben brauchen.“ Die Verantwortung dafür laste vor allem auf ihnen. „Sie haben keinen Zugang zu Milch, weil die Herden fort sind. Sie müssen sich um die Kinder kümmern. Sie müssen nach Nahrung suchen, weil ihre Männer Hunderte von Kilometern weit weg sind, um ihr Vieh zu hüten.“ Und Kenia ist kein Sonderfall. Die UN schätzen, dass Frauen und Kinder weltweit bis zu 80 Prozent der Klimaflüchtlinge ausmachen.

Der Bericht sieht als Voraussetzung, um das globale 1,5-Grad-Limit zu halten und gute Klimaanpassung zu erreichen, Finanzmittel vom globalen Norden in den globalen Süden zu verlagern, der am stärksten von der Klimakrise betroffen ist. Die Klimafinanzierung ist auf der COP26 ein heißes Thema, da die Industrieländer ihre Zusage nicht eingehalten haben, von 2020 an jährlich rund 100 Milliarden Dollar zur Unterstützung der ärmeren Staaten bereitzustellen. Christian Aid hält ohnehin eine höhere Finanzierung für nötig, für de Jahre 2020 bis 2024 fordert die NGO 500 Milliarden an neuen Mitteln. Der Report schlägt zudem vor, die bisherigen Subventionen in fossile Energien in Klimahilfsgelder umzuschichten und dabei 70 Prozent auf Programme auszurichten, die lokal gesteuert werden, unter Mitwirkung der Betroffenen – und dabei speziell auch der Frauen.

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