USA

Portland muss seinen nächsten Toten beklagen

Am Rande einer Anti-Rassismus-Demonstration im Zentrum von Portland in den USA wurde ein Mensch erschossen. Kurz zuvor war es zu Zusammenstößen zwischen „Black-Lives-Matter“-Demonstrierenden und Anhängern von Donald Trump gegeben.

Am späten Samstagabend (Ortszeit) wurde am Rande einer Anti-Rassismus-Demonstration im Zentrum von Portland ein Mensch erschossen. Kurz zuvor war es zu Zusammenstößen zwischen „Black-Lives-Matter“-Demonstrierenden und Anhängern von Donald Trump gegeben. Beamte hätten Schüsse gehört und seien daraufhin zum Tatort gefahren, teilte die Polizei mit. Dort hätten sie ein Opfer mit einer Schusswunde in der Brust vorgefunden. Eine Mordermittlung sei bereits im Gange. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe gab es keine Erkenntnisse über die Identität des Toten.

Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minnesota Ende Mai hat sich Portland im Bundesstaat Oregon zu einem Zentrum der landesweiten Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus entwickelt. Ungeachtet der Proteste des Magistrats ließ Trump dort zeitweise paramilitärische Grenzpolizei wahllos Menschen festnehmen und misshandeln. An einem Protestmarsch gegen Polizeigewalt in der Hauptstadt Washington beteiligten sich am Freitag Zehntausende Menschen.

Die Proteste in den USA wurden vor einer Woche durch die Schüsse eines weißen Polizisten auf den Familienvater Jacob Blake in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin weiter angefacht. Der 29-jährige Afroamerikaner wurde mehrmals in den Rücken geschossen, so dass er nach Angaben seiner Familie womöglich nie wieder laufen kann.

In Kenosha kam es nach dem auf einem Handyvideo festgehaltenen Vorfall mit Blake zu heftigen Proteste, an deren Rande am vergangenen Dienstag mutmaßlich ein 17-jähriger Rechtsradikaler zwei Menschen erschoss; er wurde festgenommen und ist des Mordes angeklagt. Der junge Mann von außerhalb Kenoshas hatte sich in der Stadt einer spontanen „Heimwehr“ angeschlossen, die Geschäfte mit Waffengewalt gegen „Linke“ schützen wollten.

Für diesen Dienstag ist ein Besuch Donald Trumps in Kenosha angekündigt. Dort will er Polizeiobere treffen. Bislang hat Trump sich nicht zu den Polizeischüssen auf Blake geäußert. Am Freitag machte er liberale US-Medien (das sind alle die, die ihn kritisieren) verantwortlich für „Rassenhass“ und „linke Mobs“. (FR/afp)

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