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Tatort Mallorca

Polizei sucht nach einem verdächtigen Paar

Auf Mallorca läuft die Fahndung nach den Attentätern auf Hochtouren. Die spanische Polizei veröffentlicht Fahndungsfotos von vier Männern und zwei Frauen. Sie sollen für die Anschläge verantwortlich sein. Von Ralph Schulze

Von Ralph Schulze

Die spanische Polizei hat womöglich erste Hinweise auf die Bombenleger. Sie veröffentlichte Fahndungsfotos von vier Männern und zwei Frauen, die für den Anschlag auf Mallorca und den vom Mittwoch in der nordspanischen Stadt Burgos verantwortlich sein könnten.

Am Freitag durchkämmten tausende Polizisten und Anti-Terror-Experten die Mittelmeerinsel. Sie kontrollierten jeden, der über die Häfen und den Flughafen in Palma die Urlaubsinsel verlassen wollte. Per Rasterfahndung wurden alle Gäste-Anmeldelisten der Hotels, Appartementhäuser und Campingplätze überprüft. Man vermutet, dass sich die Bombenleger als Touristen tarnen. Nach einem Bericht des staatlichen Rundfunks RNE konzentriert sich die Fahndung auf ein baskisch sprechendes Paar, das sich in Palma vor einigen Tagen eine Ferienwohnung genommen hatte und am Tag des Attentats verschwand.

"Operation Käfig" heißt der Einsatz. Die Polizei glaubt, dass die Täter noch auf der Insel sind. Obwohl die Terroristen auf Mallorca in der Falle zu sitzen scheinen, gleicht die Fahndung einer Suche im Heuhaufen. Rund 850000 Einwohner hat die Insel. Dazu kommen im Sommer jeden Tag mindestens noch mal so viele Besucher. Zehn Millionen Touristen reisen jedes Jahr an, die größten Mallorca-Fans sind die Deutschen, die rund ein Drittel der Gäste stellen.

Angst vor neuem Anschlag

Die Polizei fürchtet, dass es in Kürze einen weiteren schweren Anschlag geben könnte. Wohl nicht auf Mallorca, das am Freitag einem Hochsicherheitstrakt glich, sondern auf dem spanischen Festland. In der Hauptstadt der Insel wurde am Freitag der beiden bei dem Anschlag getöteten Polizisten gedacht. Die Leichen von Diego Salva Lezaun, 27, und Carlos Sáenz de Tejada, 28, wurden im Almudaina-Königspalast aufgebahrt. Danach folgte ein Trauergottesdienst in der Kathedrale.

Der sozialdemokratische Regierungschef Spaniens, Jose Luis Zapatero, war gekommen, ebenso der konservative Oppositionsführer Mariano Rajoy. Auch der spaniens Thronfolger, Prinz Felipe, nahm an den Feierlichkeiten teil. Die Politiker wollten die Einheit gegenüber den Terroristen der ETA demonstrieren. In der Vergangenheit war der Bombenkrieg der ETA regelmäßig vom politischen Krieg zwischen Zapatero und Rajoy über die Anti-Terror-Politik begleitet. Bisher hat sich die ETA noch nicht zu dem Anschlag bekannt.

König Juan Carlos kündigte an, dass er sich auch durch das "feige Attentat" nicht von seinen Mallorca-Ferien abbringen lassen werde. Aber sein Aufenthalt im Marivent-Palast, nur wenige Kilometer vom Ort des Attentats in Palmanova entfernt, wird auch von 500 Polizisten abgesichert. Zudem sorgen Marineschiffe vor der Küste und Hubschrauber in der Luft für die Sicherheit des Monarchen.

Von den Sicherheitsvorkehrungen für die königliche Familie profitieren bisher auch die Urlauber. Die Insel galt als sehr sicher. Mit dieser Ruhe ist es nun vorbei. "Die ETA beweist ihre Mördermacht am Urlaubsort des Königs", titelte die Tageszeitung El Mundo.

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